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Bad Nenndorf Von der „Homeschool“ zur Europaschule
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Von der „Homeschool“ zur Europaschule
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00:16 29.05.2017
Maria Werger aus Minneapolis fährt gerne mit dem Rad zur Schule. Quelle: ar
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RODENBERG

Geht nicht? Geht doch: Maria Werger aus Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota lebt zurzeit bei Gasteltern in Rodenberg und besucht noch bis Ende Juni den elften Jahrgang auf dem GBN in der Kurstadt. Ihr Nachname klingt nicht nur so, er geht tatsächlich auf deutsche Vorfahren zurück. Genau weiß sie es nicht, erzählt die 18-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Schätzungsweise ist sie zu einem Sechzehntel Deutsche, erklärt sie augenzwinkernd.

 Vor einem Jahr hatte sie ihren Schulabschluss erreicht. In einer Schule ist sie jedoch nie gewesen, weil ihre Eltern sich für die „Homeschool“ – also für Hausunterricht – entschieden hatten. „Zwischendurch habe ich aber immer wieder Kurse besucht, bei denen mehrere Schüler, die alle zu Hause unterrichtet wurden, gemeinsam gelernt haben“, führt Werger aus.

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 Während der Schulzeit ist Französisch ihre Fremdsprache gewesen – somit sprach sie noch kein Wort Deutsch, als sie im August vergangenen Jahres in Bad Nenndorf ankam. Sie besuchte die Sprachlernklasse, die eigentlich für Flüchtlinge eingerichtet worden war, und bat ihre Gastfamilie, ausschließlich in deutscher Sprache mit ihr zu reden. Mittlerweile kann sie sich ausgesprochen gut verständigen.

 Vorliebe fürs deutsche Brot

Zahlreiche Freunde hat sie ebenfalls gefunden – auch syrische – die ihr sehr ans Herz gewachsen sind. Mit ihnen geht sie gern ins Kino oder zum Schwimmen. Am liebsten aber trifft sie sich mit ihnen in der Eisdiele in Rodenberg, weil ihr das Eis dort so gut schmeckt, erzählt Werger lachend.

 Außerdem schwärmt sie vom Brot, das es „so frisch und lecker in den USA nicht gibt“. Zu Beginn habe sie ihre vorläufige Heimat als ein wenig klein empfunden. Immerhin habe Minneapolis mehr als 300 000 Einwohner. Aber inzwischen liebt sie es, mit dem Rad durch die Felder zu fahren und das üppige Grün zu genießen.

 Mit einem ihrer Hobbys bereichert sie sogar die Big-Band der Schule: Werger spielt Klavier und ist fleißig montags nachmittags bei den Proben dabei.

 Im Herbst will die junge US-Amerikanerin dann ein Studium der Biologie und Psychologie beginnen, um danach in einem der Nationalparks arbeiten zu können.

 Nach Deutschland ist sie über das Parlamentarische Partnerschaftprogramm (PPP) gekommen, das seit 1983 Schülern sowie jungen Berufstätigen die Möglichkeit bietet, ein Austauschjahr zu erleben. Es ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses. ar