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Bad Nenndorf Wie Marion Riedel auch in Bad Nenndorf auf seltene Rheuma-Erkrankungen aufmerksam macht
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Wie Marion Riedel auch in Bad Nenndorf auf seltene Rheuma-Erkrankungen aufmerksam macht
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16:20 09.09.2019
Marion Riedel (Mitte) ihr Partner Gerd Lankenau und Hannelore Kesterke von der Rheumaliga Bad Nenndorf wandern ein Stück zusammen durch Bad Nenndorf.  Quelle: isa
Bad Nenndorf

Die Krankheit Rheuma ist wohl allen Menschen bekannt, doch dass es auch viele rheumatische Erkrankungen gibt, die nur selten erkannt werden, wissen nur die Wenigsten. „Rheuma ist mehr, als alte Leute, die Schmerzen in den Gelenken haben“, weiß auch Marion Riedel. Die Rheumapatientin leidet unter der sogenannten mikroskopische Polyangiitis und will mit einer Wanderung vom Norden Deutschlands bis zum Bodensee auf genau solche Erkrankungen aufmerksam machen.

Bei ihrer Wanderung stand für Riedel auch eine Etappe durch Bad Nenndorf auf dem Plan. Am Montag startete die Rheumapatientin ihre dritte Tour von insgesamt sechs in der Region „Hannoversches Bergland“ vor dem Haus Kassel. Am Samstag war Riedel in Steinhude gestartet, am Donnerstag plant sie, in Hameln anzukommen. Auf ihrer Etappe durch Bad Nenndorf über den Deisterkamm bis nach Egestorf begleitete sie Hannelore Kesterke von der Rheumaliga Bad Nenndorf ein Stück.

Wer, wenn nicht Riedel

„Als ich von der Aktion erfahren habe, wusste ich sofort, dass ich da mitmachen muss“, so Kesterke. Sie hatte in dieser Zeitung von dem Aufruf zum Mitwandern gelesen und sofort alle weiteren Termine abgesagt. „Es ist viel wichtiger, dieses Thema in den Fokus zu rücken“, weiß die Nenndorferin. Außerdem biete es eine gute Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen.

Riedel selbst ist gelernte Krankenschwester und als Ansprechpartnerin in der Rheumaliga Bremen aktiv. Sie ist bereits vor ihrer Erkrankung auf Bergtouren und Fernwanderungen unterwegs gewesen. Als sie über die Aktion Schrittmacher auf die Idee zur Wanderung kam, dachte sie sich: „Wer, wenn nicht ich?“ Das Ziel, Deutschland vom Norden bis in den Süden zu durchwandern, habe sie immerhin schon vor ihrer Diagnose gehabt.

Rheumapatienten motivieren

Zusammen mit den freiwilligen Mitwanderern möchte Riedel mehr Öffentlichkeit für die seltenen Erkrankungen erzielen. „Ich will alle Menschen ansprechen, ob mit oder ohne Rheuma“, so Riedel. Bei der Rheumapatientin ist vor allem die Lunge betroffen. „Bei mir wurde die Erkrankung im Frühstadium erkannt. Das Glück haben nur die wenigstens“, weiß Riedel. Meistens würden Ärzte zunächst psychische Probleme wie Stress diagnostizieren. Nur selten werde Rheuma bedacht. Zudem tue ihr die Bewegung gut. „Viele Rheumapatienten sind von ihrem Körper enttäuscht. Die Bewegung motiviert sie wieder“, weiß Riedel. Sie will den Erkrankten Mut machen und zeigen, dass die Lebensqualität erhalten bleiben kann.

Zweimal im Jahr ist Riedel unterwegs und absolviert jeweils fünf bis sieben Etappen, die etwa 15 Kilometer lang sind. Ihr Ziel ist es, am 29. Februar 2024, dem kalendarischen „Tag der seltenen Erkrankungen“, ihre Tour nach fünf Jahren in Konstanz zu beenden. von Isabell Remmers

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