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Bad Nenndorf Wohnraum: Deshalb braucht Bad Nenndorf ein eigenes Konzept
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Wohnraum: Deshalb braucht Bad Nenndorf ein eigenes Konzept
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16:15 15.08.2019
Wieviel Neubaugebiete die Stadt Bad Nenndorf benötigt und wo sie liegen sollten, wird bald erörtert. Quelle: dpa
BAD NENNDORF

Allerdings liegt der Fokus jetzt auf Bad Nenndorf: Es werde ein Radius um die Kurstadt gezogen. Landschaftsschutzgebiete scheiden bei der Suche von vornherein raus. Im Laufe des Verfahrens sollen auch bereits Natur- und Artenschutz sowie Immissionen eine Rolle spielen, was weitere Flächen ausschließen dürfte.

Öffentlichkeit wird am Prozess beteiligt

Die verkehrliche Erreichbarkeit, der Aspekt der Entwässerung und ähnliche Kriterien soll der Planer ebenfalls mit einbeziehen. Dabei spielt auch das Verkehrskonzept der Stadt eine Rolle, das 2018 beschlossen worden war. Im Zuge dieses Prozesses wird es eine Öffentlichkeitsbeteiligung geben.

Eine Zuhörerin fragte, warum es ein zweites Verfahren dieser Art überhaupt geben muss, wenn bereits ein fertiges Wohnraumversorgungskonzept vorliegt. Stang erwiderte, dass nur einige Schritte wiederholt werden, aber durchaus ergänzende Dinge erörtert werden.

Auch Auswirkungen im Bereich Kitas, Schule und Einzelhandel gehören dazu. Dies sei auch eine Reaktion auf Kritik und Bedenken seitens der Bürger. Jetzt gehe es eher um ein Stadtentwicklungskonzept, nicht nur um Wohnraumpotenziale.

Kein Zugriff auf leere Wohnhäuser

Zuhörer Wilfried Koch erkundigte sich danach, inwiefern die Stadt Zugriff auf leer stehende Wohnungen im bestehenden Siedlungsgebiet hat. Verwaltungs-Chef Mike Schmidt sagte rundheraus. „Gar nicht. Ich weiß, es geht Ihnen um ein Gebäude an der Kreuzstraße“, so Schmidt. Mit dem Eigentümer habe es Gespräche gegeben, die aber zu dem Schluss führten, dass derjenige nicht verkaufen möchte.

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Bernd Reese (Grüne) bemängelte, dass das beauftragte Planungsbüro niemanden zwecks Erläuterungen zur Sitzung entsandt hatte. Dies sei bei dem finanziellen Umfang des Auftrags zu erwarten gewesen. Dem Vernehmen nach geht es um 40.000 Euro. Die Grünen seien weiterhin für 22 Hektar neuen Wohnraums für die Samtgemeinde Nenndorf anstatt über 30 Hektar.

Hanglage an der B65 wird geprüft

Auf Nachfrage Ralph Tegtmeiers (SPD) erklärte Stang, dass auch die Hanglage an der B65 mit einbezogen wird. Unter Umständen lasse sich mit aufwändigem Lärmschutz auch dort Wohnraum realisieren.

Heike Beiersdorfer (WGN) forderte wie die Grünen mehr Fokus auf Innenentwicklung, sprich: Die Nutzung von Baulücken und leer stehenden Gebäuden. Das Wohnraumpotenzial im Siedlungsbereich wird laut Stang aber ohnehin vom Landkreis abgefragt, wenn eine Kommune über neue Wohnbauflächen nachdenkt.

Arbeit startet im September

Die Arbeit an dem Konzept nimmt das Büro von Luckwald im September auf. Die Öffentlichkeit soll zu themenbezogenen Foren eingeladen werden. Wann und wie das geschieht, soll sich erst noch ergeben.

Von Guido Scholl