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Bad Nenndorf Zwischen „Müll“ und „hervorragend“
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Zwischen „Müll“ und „hervorragend“
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17:10 18.06.2018
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Symbolbild Quelle: dpa
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Bad Nenndorf

Die SPD ist nach Worten ihres Sprechers Volker Busse ein wenig enttäuscht gewesen vom Verkehrskonzept des Planungsbüros Zacharias aus Hannover. Den Sozialdemokraten fehlten darin Zukunftsvisionen. Insgesamt wirke das Papier wenig überzeugend, es sei nichts besonderes zu finden. „Eigentlich könnte man das Ganze auch in den Müll werfen“, sagte Busse.

Daher riet er davon ab, dass die Verwaltung vom Rat nun mit der Vorbereitung aller im Konzept berücksichtigten Projekte beauftragt wird. Es sollten nur ausgewählte Maßnahmen umgesetzt werden – und auch stets nur in Rücksprache mit der Politik. Dem schlossen sich Ralph Tegtmeier (SPD) und Bernd Zimmermann (WGN) an.

Begrüßenswert sei die Ausweisung von Tempo-30-Zonen in Wohngebieten. Doch die Tempo-40-Schilder im Stadtgebiet zu entfernen, lehne die SPD ab. „Wir vergeben uns nichts, wenn wir die da stehen lassen“, sagte Busse, der keinen Hehl daraus machte, dass seine Fraktion das Verkehrskonzept einst eingefordert hatte.

"Eine runde Sache"

Imke Hennemann-Kreikenbohm bewertete das Papier anders. Es handle sich um eine runde Sache mit zahlreichen sinnvollen Aspekten. Sie forderte eine kurzfristige Umsetzung von Tempo 30 speziell an Kitas und Schulen. „Das Konzept löst nicht alle Probleme in Bad Nenndorf“, ergänzte Parteikollege Bernd Reese. Er nannte den zusätzlichen Fußweg zum Sportgelände und die Freigabe der Promenade für Radfahrer als schnell umzusetzende Vorhaben.

WGN-Sprecher Zimmermann wunderte sich darüber, dass das neue Verkehrskonzept mit 60 Seiten erheblich knapper ausgefallen ist als das vorherige Konzept. Wie Busse und Hennemann-Kreikenbohm stufte er die zusätzlichen 30er-Zonen als vordringlich ein. Im Gegensatz zu Busse war Zimmermann für das Entfernen der 40er-Tafeln, um den Kurstädtischen Schilderwald zu lichten.

Stadtdirektor Mike Schmidt nahm einige Ausführungen kopfschüttelnd zu Kenntnis, wie er erklärte. Ziel sei es gewesen, ein Konzept erstellen zu lassen, um Fehlplanungen wie beispielsweise an der Kramerstraße künftig zu vermeiden. Diese hätte laut Konzept-Verfasser Lothar Zacharias nie zur Spielstraße umgebaut werden dürfen.

Sonderwünsche aus der Politik

In das 60-Seiten-Werk seien zahlreiche Sonderwünsche und zusätzliche Anregungen aus der Politik eingearbeitet worden. Zacharias musste abwägen und schließlich Entscheidungen treffen. Nicht alle Antworten seien zufriedenstellend, aber dies sei speziell bei der Kramerstraße nicht zu ändern. „Es sei denn, wir beschließen hier alle, die Kramerstraße zurückzubauen“, so Schmidt, der das Konzept als „hervorragend“ und „großartig“ bezeichnete.

Auch Cornelia Jäger (CDU) lehnte es ab, die einzelnen Ergebnisse des Fachmanns zu hinterfragen. Das Konzept sei in seiner vorliegenden Form zu akzeptieren. Die Verwaltung solle ein Dringlichkeitsraster erstellen, nach dem die einzelnen Punkte umgesetzt werden sollen. Der Rat sei jeweils einzubeziehen. So votierte das Gremium schließlich. gus