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Haste Dreistes Paar uriniert auf Grundstück
Schaumburg Nenndorf Haste Dreistes Paar uriniert auf Grundstück
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16:39 28.05.2018
Keine Kavaliersdelikte: Hausfriedensbruch, Sperrmüll mitnehmen und öffentliches Urinieren.
Keine Kavaliersdelikte: Hausfriedensbruch, Sperrmüll mitnehmen und öffentliches Urinieren. Quelle: dpa
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Wilhelmsdorf

Aufmerksam geworden war eine Nachbarin des Mannes, weil es am frühen Nachmittag vor ihrem Haus laut schepperte. Sie schaute aus dem Fenster und sah einen weißen Transporter an der Straße und einen Mann, geschätzt etwa 40 Jahre alt, der einen Sperrmüll-Container auf dem Grundstück ihres Nachbarn durchwühlte. Der Redaktion liegen von dem Vorfall Fotos und Videos vor.

Mann fischt Metalltisch aus dem Müll

Der Container stand nicht direkt an der Straße. Um ihn zu erreichen, musste der Mann also das fremde Grundstück betreten. Er fischte mehrere Gegenstände aus dem Behälter und brachte sie zu dem Transporter. Erkennen konnte die Nachbarin beispielsweise einen alten Tisch aus Metall.

Im Inneren des Fahrzeuges verstaute eine Frau, ebenfalls geschätzt 40 Jahre alt, die Gegenstände. Dabei schien sie nicht gerade zimperlich vorzugehen. Die Zeugin spricht von lautem Rumpeln. „Das Auto hat richtig gewackelt“, schildert sie. Allerdings bedienten sich die beiden nicht nur: Auf einem Foto ist zu erkennen, wie die Frau eigenen Müll in dem Container entsorgt.

Paar uriniert in den Vorgarten und die Gosse

Das alles ging relativ zügig, nach maximal zehn Minuten waren alle scheinbar interessanten Gegenstände verstaut. Doch bevor das Paar weiter fuhr, erleichterte es sich auch noch. Die Frau, die eine orangefarbene Warnweste trug, ging den Schilderungen zufolge in den Vorgarten des Geschädigten und lüftete dort auf Steinplatten hinter einem Busch ihren Rock. Der Mann machte sich weniger Mühe, sein Urinieren zu verbergen. Direkt an der geöffneten Laderaumtür des Transporters urinierte er in die Gosse am Grundstücksrand. „Und zwar mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre das das Normalste von der Welt“, so die Wilhelmsdorferin.

Nachbarin stellt das Paar zur Rede

Dabei näherten sich gerade Schulkinder auf dem Fußgängerweg. Der Beobachterin platzte der Kragen, sie ging hinaus und konfrontierte die beiden. „Habe ich das jetzt richtig gesehen, dass ihr hier auf das Grundstück gepinkelt habt?“, stellte die Nachbarin sie zur Rede.

Die Frau machte daraufhin eine abwehrende und verneinende Geste und entgegnete: „No, no, no, nur Wasser.“ Verscheuchen konnte die Wilhelmsdorferin die unliebsamen Besucher schließlich mit der Drohung, die Polizei rufen zu wollen. „Das scheinen sie verstanden zu haben. Der Mann ist schnell um den Wagen herum zur Fahrerseite gelaufen und dann mit der Frau weggefahren.“

Doch damit nicht genug. Zwei Stunden später bemerkte die Nachbarin erneut einen Mann, der den Container durchsuchte. Dieser war geschätzt um die 30 Jahre alt. Er packte ein Blutdruckmessgerät und eine Keksdose ein.
Der geschädigte Wilhelmsdorfer will auf eine Anzeige bei der Polizei verzichten. Er war über das unappetitliche und verbotene Treiben aber alles andere als erfreut. göt

Keine Kavaliersdelikte

Das nicht gestattete Betreten des Grundstücks in Wilhelmsdorf ist laut Steffen Arndt vom Nenndorfer Polizeikommissariat ein Fall von Hausfriedensbruch. Dabei handelt es sich um ein Antragsdelikt, sprich: Der Geschädigte müsste Anzeige erstatten, sodass ermittelt wird. Dies geschah jedoch nicht.

Öffentliches Urinieren ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Dabei fallen unterschiedlich hohe Bußgelder für diese Ordnungswidrigkeit an. Sogenanntes Wildpinkeln kann aber auch zum strafbaren Sexualdelikt werden, wenn beispielsweise Geschlechtsteile sichtbar sind und sich jemand davon gestört fühlt.

Arndt zufolge ist es auch nicht einfach so erlaubt, Sperrmüll mitzunehmen, erst recht nicht, wenn dieser wie im vorliegenden Fall auf Privatgelände steht. Das wäre Diebstahl. Selbst wenn der Sperrmüll bereits am Straßenrand lagert, ist die Sache rechtlich schwierig. Je nachdem, welches Unternehmen ihn abholt, kann der Auftraggeber mit diesem einen Vertrag geschlossen haben, wonach der Müll in Besitz des Entsorgers übergeht. Dieser kann wiederum vorhaben, die Gegenstände weiter zu verwerten, und würde somit zum Geschädigten, wenn jemand etwas vom Sperrmüll entwendet. gus