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Haste 19-Jährige zeigt Vergewaltigung am Vatertag bei Polizei an
Schaumburg Nenndorf Haste 19-Jährige zeigt Vergewaltigung am Vatertag bei Polizei an
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00:21 14.06.2019
Einen sexuellen Übergriff hat eine Schaumburgerin bei der Polizei angezeigt. Quelle: dpa Symbolbild
Haste

Darüber hinaus gab er kaum Informationen über den Vorfall preis. Das mutmaßliche Opfer stammt aus dem Landkreis Schaumburg. Bearbeitet wird der Fall nun vom Fachkommissariat in Nienburg. „Wir ermitteln mit Hochdruck“, sagte Bergmann. Details zu dem mutmaßlichen Übergriff nannte er „aus ermittlungstaktischen Gründen und zum Schutz des mutmaßlichen Opfers“ nicht.

Dem Vernehmen nach sollen auch K.o.-Tropfen eine Rolle gespielt haben, wozu sich die Polizei aus den genannten Gründen aber ebenfalls nicht äußerte. Ob sich die angezeigte Tat im öffentlichen oder privaten Raum zugetragen haben soll, ließ der Sprecher ebenfalls offen.

Nicht duschen: Beratungsstelle empfiehlt Gang ins Klinikum

Auch wenn es nach einer solchen Tat wohl das erste Bedürfnis ist, sollten Opfer nicht sofort duschen gehen, rät Inge Wehking vom Basta Mädchen- und Frauenberatungszentrum in Stadthagen. Zum Zwecke der Beweissicherung sollten zunächst alle Spuren am Körper belassen werden. Die Betroffenen sollten das Klinikum Schaumburg in Vehlen aufsuchen, um die Spuren dort sichern zu lassen.

100 Sexualdelikte 2018

Wie aus der Kriminalstatistik hervorgeht, gab es 2018 im Landkreis Schaumburg 100 Sexualdelikte. Gegenüber dem Vorjahr (91 Taten) bedeutet das einen leichten Anstieg. Dies ist aber auch auf eine Änderung bei der statistischen Erfassung zurückzuführen. Auch Beleidigungen auf sexueller Basis zählen dabei nun mit. Die Anzahl von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung liegt somit leicht oberhalb der Durchschnittswerte der vergangenen zehn Jahre.
Die Aufklärungsquote im Bereich der Sexualdelikte beträgt laut der von der Polizei veröffentlichten Statistik 81,32 Prozent.

Gerichtsverwertbare Dokumentation und Beweissicherung

Das Klinikum ist Mitglied im Netzwerk „Pro Beweis“. Dort können Betroffene kostenlos eine Untersuchung für eine gerichtsverwertbare Dokumentation und Beweissicherung in Anspruch nehmen. Dies ist unabhängig von einem Besuch bei der Polizei, sagte Wehking. Niemand werde zu einer Anzeige genötigt, das Opfer könne in Ruhe darüber nachdenken. Zwar sei es für die Strafverfolgung besser, sich frühzeitig bei der Polizei zu melden. Vielen Frauen, besonders den jüngeren, falle es Wehking zufolge aber schwer, über das Erlebte zu sprechen.

Betroffene sollten sich jemandem anvertrauen

Dennoch rät Wehking Betroffenen dazu, sexuelle Übergriffe nicht „in sich hinein zu fressen“, sondern zu versuchen, sich jemandem anzuvertrauen. Dies kann die beste Freundin sein, die Polizei oder eine anonyme Beratungsstelle wie Basta. Ihrer Einschätzung nach wollen Frauen solche Vorfälle oft aus Scham geheim halten. Außerdem machen sich viele Betroffene selbst Vorwürfe.

Die Erfahrung der Beratungsstelle zeigt, dass Übergriffe meist im privaten Umfeld passieren und dass sich Täter und Opfer in der Regel kennen. Auch K.o.-Tropfen, die übrigens nur wenige Stunden im Blut nachweisbar sind, sind laut Wehking auch auf privaten Feiern weit verbreitet – auch Männer werden damit betäubt. Der Rat „Lass dein Getränk nicht aus den Augen“ gilt somit nicht nur für öffentliche Partys.

Anlaufstellen für Betroffene:

  • Erreichbar ist das Basta-Beratungszentrum unter Telefon (0 57 21) 9 10 48.
  • Unterstützung bekommen Geschädigte auch rund um die Uhr, kostenlos und anonym beim Hilfetelefon für Gewalt gegen Frauen unter der Telefonnummer (0 80 00) 11 60 16
  • sowie beim Hilfetelefon Sexueller Missbrauch, Telefonnummer (08 00) 2 25 55 30. göt