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Hohnhorst Nur wegen Steingärten gibt es Zwist
Schaumburg Nenndorf Hohnhorst Nur wegen Steingärten gibt es Zwist
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18:03 09.07.2019
Auf dem Feld wird die Zufahrt für die Zeit angelegt, wenn das Baugebiet realisiert wird. Quelle: Guido Scholl
Ohndorf

Bauausschuss und Rat der Gemeinde Hohnhorst billigten das Papier, in dem nun die Zufahrt über die Straße Am Mathfeld vorgesehen ist. Die Baufahrzeuge rollen aber eine andere Strecke entlang.

Viel Neues gab es nicht, nach wie vor sind 17 neue Grundstücke geplant. Am Nordöstlichen Rand des Baugebiets ist ein fünf Meter breiter Pflanzstreifen geplant. Die Vorgärten müssen zu 60 Prozent bepflanzt werden, sodass keine Steingärten entstehen. Die meisten Stellungnahmen im ersten öffentlichen Beteiligungsverfahren hatten keinen Einfluss auf das Baugebiet in spe. Auch ein überfahrbares Pumpwerk ist den Planern zufolge unproblematisch.

Allerdings ist die Anbindung an die Flütstraße negativ bewertet worden, sodass Ingenieurin Alina Dubbert den Entwurf noch einmal umgeändert hat: Autos sollen ausschließlich über die Straße Am Mathfeld zu den neuen Grundstücken rollen. Die Flütstraße bleibt zwar unverändert, doch von dort aus gelangen lediglich Fußgänger und Radfahrer ins Neubaugebiet.

Sollte die Bahn eine neue ICE-Trasse bauen, die näher an Mathe II liegt, wäre sie verpflichtet, entsprechende Lärmschutzmaßnahmen zu treffen, sodass die dortigen Grundstücke nicht mehr Immissionen ausgesetzt sind, als es jetzt der Fall ist.

Die Straßen sind groß genug dimensioniert, damit Müllfahrzeuge das Neubaugebiet befahren können, wie Dubbert auf Nachfrage von Gemeindedirektor Mike Schmidt erklärte. Christian Reese (CDU) hielt es für einen Fehler, dass die Flütstraße eine Autozufahrt wird. Er kenne im Gemeindegebiet ein Dutzend Einmündungen in Kreisstraßen, die gefährlicher sind als es eine Zufahrt über die Flütstraße wäre. Doch dies war von der Kreis-Verkehrskommission abgelehnt worden, sagte Bürgermeister Cord Lattwesen (CDU).

Mark Schäfer (SPD) nahm Kritik des Landkreises an der Zufahrtslösung auf und regte verkehrsberuhigende Maßnahmen an der Dammstraße an, woran sich auch der Investor finanziell beteiligen soll. Schmidt erklärte, dass die Ortstafel ein Stück weiter in Richtung Hohnhorst versetzt wird, damit die Autofahrer früher abbremsen. Die Baufahrzeuge sollen eine Baustraße nutzen, die extra angelegt wird.

Keine Wachstumsfläche

Bodo Lattwesen (SPD) erkundigte sich, ob der Fortsatz einer Straße, die jetzt auf der Planzeichnung in den Acker führt, bereits als Zufahrt zu einem möglichen weiteren Baugebiet gedacht ist. Planer Matthias Reinold erklärte, dass von der Landesraumordnung keine weitere Wachstumsfläche für Ohndorf vorgesehen ist. Aber es sei schon sinnvoll, sich diese Option nicht bereits jetzt ganz zu verbauen, in dem anstelle des Stummels ein zusätzliches Grundstück ausgewiesen wird.

Eine längere Diskussion drehte sich um die 60-Prozent-Klausel für die Vorgärten. Zuvor waren Steingärten per se verboten worden. Reinold erklärte aber, dass dieser Passus nicht rechtssicher ist. Und mehr als 60 Prozent grüne Vorgärten können den Bauherren schlecht vorgeschrieben werden, weil diese gegebenenfalls auch Carports, Wege und Treppen anlegen können sollten.

Von Guido Scholl