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Hohnhorst SPD: Mangel an Mietwohnraum
Schaumburg Nenndorf Hohnhorst SPD: Mangel an Mietwohnraum
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14:15 30.05.2018
66 Grundstücke sieht der erste Entwurf für den Bebauungsplan „Westlich Kornweg“ vor.
66 Grundstücke sieht der erste Entwurf für den Bebauungsplan „Westlich Kornweg“ vor. Quelle: Planungsbüro Reinold
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Hohnhorst/Haste

Der Bebauungsplan „Westlich Kornweg“ wird in beiden Gemeinden parallel aufgestellt. Damit haben die Kommunen bereits Erfahrung, denn auch die Gewerbeansiedlung von Netto am Ortseingang von Haste haben sie zusammen auf den Weg gebracht. Nach dem Verfahren soll eine Gebietsänderung durchgeführt werden. Sprich: Die Gemarkungsgrenze wird verschoben.

Laut Planer Matthias Reinold begünstigt die Infrastruktur die Entwicklung des Neubaugebietes. Angedacht sind zwei Straßen-Schleifen. Außerdem wurde über den „zeitlichen Tellerrand“ geguckt, erklärte Reinold. Die Ausläufer der Straßen könnten als Anbindung für künftige Erweiterungen dienen.

SPD will mehr Mietwohnraum

66 Grundstücke sollen laut erstem Entwurf auf dem Areal mit einer Gesamtfläche von 55.500 Quadratmetern entwickelt werden. Östlich sind zwei größere Flächen vorgesehen, auf denen Mehrfamilienhäuser gebaut werden könnten. Frank Sailer und Mark Schäfer (beide SPD) war das zu wenig. Im Wohnraumentwicklungskonzept fehle vermietbarer Wohnraum. In diesem Neubaugebiet dränge es sich auf, Mietwohnraum zu entwickeln. „Ich kenne mehrere, die die Gemeinde verlassen haben mangels Mietwohnraum“, so Schäfer, Er schlug eine Quote von mindestens 30 Prozent Mietwohnungen vor.

Wenn ein Drittel der Fläche für Mehrfamilienhäuser angedacht ist, „wird der Investor durchdrehen“, entgegnete Christian Reese (CDU). Auch Gemeindedirektor Mike Schmidt sprach sich dagegen aus, dem Investor vorzuschreiben, wie viele Mehrfamilienhäuser auf der Fläche gebaut werden sollen.

Gemeinde kann Investor keine Quoten vorgeben

„Quoten vorgeben ist nicht möglich“, argumentierte auch Reinold. Die Gemeinde könne lediglich die planerischen Voraussetzungen schaffen. Diese sollten für den Investor „nicht als Zwang, sondern als Möglichkeit“ gelten, erklärte er. Grundsätzlich sollten Mehrfamilienhäuser nur maßvoll geplant werden – „nicht zu hoch und monumental“ , so Reinold. Schließlich solle das Baugebiet ins Bild der Umgebung passen.

Schmidt fand, dass Häuser mit maximal vier bis sechs Wohnungen denkbar seien. Und die Gemeinde Haste müsse bei dieser Entscheidung auch mitziehen, gab er zu bedenken. „Wir sind mit gutem Grund mit so einem Konzept aufgetreten“, sagte Reinold. Nach seinem Gefühl reflektieren neun von zehn Bauherren auf die Einfamilienhausbauweise.

Lattwesen: Hohnhorst kann von Haste lernen

Bürgermeister Cord Lattwesen (CDU) sagte, Hohnhorst könne in der Thematik von Haste lernen. Die Gemeinde hätte ihre Einfamilienhaus-Baugebiete „hervorragend vermarktet“. Hohnhorst habe außerdem keine Planungshoheit, „da müssten wir den nächsten Acker selber kaufen“, so Lattwesen.

Schäfer zog die Forderung nach einer 30-Prozent-Quote zurück, forderte dafür aber einen Passus, der eine höhere Anzahl von Mehrfamilienhäusern offen hält und für die weitere Planung prüft. Dagegen stimmten zwei CDU-Ausschussmitglieder.

Der Planer solle die Thematik nun erst einmal mit Haste ausloten, schlug Schmidt vor. Deren Bau- und Umweltausschuss tagt das nächste Mal am Montag, 18. Juni.