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Nenndorf 200 Zuhörer in der Wandelhalle
Schaumburg Nenndorf Nenndorf 200 Zuhörer in der Wandelhalle
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20:39 08.05.2017
Auch Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt (Zweiter von rechts) und Bad Nenndorfs Bürgermeisterin Marlies Matthias (Dritte von rechts) lassen sich die Präsentation nicht entgehen. Quelle: js
NENNDORF/RODENBERG

Der Bauabschnitt umfasst Teilbereiche, die jeweils von einem Knotenpunkt geprägt sind: Bückethaler Landwehr, Drei Steine und Algesdorf/Riepen. Wechselweise wird die B 65 zweispurig gebaut, um gefahrloses Überholen zu ermöglichen.

Bei Algesdorf entsteht neben der jetzigen Einmündung der Kreisstraße 53 eine Überführung, an deren nördlichem Ende ein Kreisel den Verkehr zur B 65 und zur Kreisstraße 48/Riepen verteilt. Das Einbiegen in die Bundesstraße wird per Ampel geregelt – an diesem Punkt erhob sich vernehmliches Raunen im Publikum. Radfahrer müssen künftig ebenfalls an der neuen Kreiselanlage vorbei. Die jetzige Kreuzung B65/K 48 verschwindet.

Alte B65-Trasse wird zum Wirtschaftsweg

Ab der Einmündung Wiesenfeld schwenkt die Bundesstraße dann von der jetzigen Strecke ab und verläuft hinter dem Kraterzoo weiter. Dort entsteht eine neue Auebrücke. Die nicht mehr benötigte alte B65-Trasse soll dann als Wirtschaftsweg dienen. Per Brücke überquert die B 65 die Verbindungsstrecke Rodenberg-Nenndorf, doch die B 442 verläuft dort nicht mehr. Sie verlässt ihre heutige Trasse an der nordöstlichen Ecke des Gebiets Grover Grenze und wird in gerader Linie an einen neuen Knotenpunkt angebunden, der die Kreuzung Drei Steine ersetzt.

Auch die K 53 wird hinter der jetzigen Kreuzung mit der B 442 verschwenkt und in Richtung neuer Knotenpunkt geführt, wo beide Straßen in einen Kreisel münden. Über das daneben liegende Brückenbauwerk und einen weiteren Kreisel steuern Autofahrer den alten Drei-Steine-Knotenpunkt an, um Bad Nenndorf erreichen zu können.

Lärmschutzwall im Bereich Erlengrund

Die neue Trasse nähert sich dann allmählich wieder dem alten Verlauf und erreicht ihn kurz hinter dem Ende der Wohnbebauung im Bereich Erlengrund. Zwecks Lärmschutz ist dort ein Wall geplant. Der Geckswinkel-Wirtschaftsweg soll mit einer Brücke über die B 65 geführt werden. Eine Fußgängerbrücke soll ein Stück oberhalb der jetzigen Fußgängerampel entstehen. Am wenigsten verändert sich im Bereich Bückethaler Landwehr. Dort soll ein Wirtschaftsweg parallel zur B 65 verlaufen, der unter anderem als Anfahrt zu Mooshütte und Cecilienhöhe dient.

Der Radweg hinter dem Kraterzoo wird unter dem künftigen B 65-Bauwerk hindurch geführt, sodass diese Strecke erhalten bleibt. Ähnlich soll mit den Radwegen neben der jetzigen B 442 verfahren werden. Eine zusätzliche Radwegverbindung soll es im Bereich Algesdorf/Riepen geben. Landwirten signalisierte Hartmut Meyer von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, dass alle Flurstücke auch nach dem 2+1-Ausbau für Fahrzeuge erreichbar sein werden. Anders als im Bauabschnitt Vornhagen-Kobbensen sind in den einstreifigen Streckenteilen der neuen Trasse Nothaltebuchten eingeplant. gus

Kein Schutz für die Landwehr

8,2 Hektar Boden würden beim 2+1-Ausbau zusätzlich versiegelt, und es ginge Lebensraum bedrohter Tierarten verloren. Um das auszugleichen, sind umfangreiche Maßnahmen von Anpflanzungen bis zum Schaffen von Fledermaus-Flugschneisen über die B65 geplant.

Dass die historische Verbindung zwischen Kurpark und Erlengrundteichen durchschnitten wird, nahm Nenndorfs Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt zum Anlass für Kritik. Nicht nur dabei werde der Mensch schlechter gestellt als die Fledermaus. Auch der Schallschutz speziell an der Bückethaler Landwehr reichte Schmidt nicht aus, wofür er Applaus erntete. Die Vertreter der Landesbehörde für Straßenbau zeigten sich gesprächsbereit. Immerhin soll außerhalb der Kreuzungsbereiche fortan Tempo 100 erlaubt sein – an der Bückethaler Landwehr gilt jetzt Tempo 70.

Kritik am Ampel-Knoten bei Algesdorf beantwortete Planer Hartmut Meyer damit, dass dort weniger Verkehr herrscht als bei Drei Steine. Daher komme ein großes Bauwerk mit Auf- und Abfahrten an beiden Seiten der B 65 dort nicht infrage. Zu teuer dürfe die Behörde nicht planen. Ralf Tegtmeier bat dennoch um eine autofreundlichere Lösung. Henning Dormann sagte, die neue Ampel bei Heuerßen mache die Verbindung schon jetzt langsamer als früher.  gus