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Nenndorf Drei Pferde in Lyhren vergiftet
Schaumburg Nenndorf Nenndorf Drei Pferde in Lyhren vergiftet
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17:08 12.10.2012
Die Samen der Eibe sind hochgiftig. Quelle: pr.

Lyhren (gus). Isabell Nowak, die die Pferde auf ihrem Hof betreute, ist erschüttert von dem Vorfall. Der Täter habe Kindern und Familien die Pferde genommen und damit große Trauer ausgelöst. Sie habe umgehend alle Pferdebesitzer in der Umgebung alarmiert, die Angst vor einem Serientäter geht um. „Es ist wie morgens am 1. Januar: Weit und breit steht kein Pferd auf der Weide“, sagt Nowak. Die Solidarität unter den Pferdefreunden sei groß, sie habe sogar Anrufe erhalten, in denen ihr das Ausloben einer Belohnung für Zeugen, die die Tat aufklären können, in Aussicht gestellt wurde.

Unter Reitern sei bekannt, wie gefährlich Eiben für die Tiere sind. Nowak geht davon aus, dass es sich um einen Anschlag eines Pferdehassers handelt. Weit und breit gebe es keine Eiben, jemand muss diese mit der Absicht zu Töten auf die Weide gebracht haben.

Die Stunden am Donnerstag, als die Tiere starben, konnte Nowak nur unter Tränen schildern. Nachdem das erste Pferd „von einer Minute auf die andere“ verendet sei, habe der Tierarzt noch angenommen, es handele sich um einen Aorta-Riss. Als eine Stunde später das Zweite starb, spülte der Veterinär den Magen, setzte Injektionen – nichts half. Der Arzt war noch anwesend, als das dritte Tier umkippte, eine direkte Kortisonspritze zeigte keine Wirkung. Jetzt hofft Nowak, dass zumindest weitere Vergiftungen von Pferden verhindert werden können.

Die Beamten ermitteln in alle Richtungen, lediglich Fahrlässigkeit wird ausgeschlossen, sagte Bad Nenndorfs Kommissariatsleiter Michael-Andreas Meier. Nach derzeitiger Ermittlungslage geht auch die Polizei davon aus, dass jemand den Tieren gezielt Zweige giftiger Eiben zu Fressen gegeben hat. Die Zweige seien in einen Futterhaufen gesteckt worden. Insgesamt befanden sich zwölf Pferde auf der Weide. Das Veterinäramt sei eingeschaltet worden und habe die ersten Kadaver obduzieren lassen.

Bei den Reittieren handelte es sich um Pflegepferde. Weil die Eibenzweige offenbar gezielt in dem Futterhaufen angeordnet worden waren, gehen die Ermittler fest davon aus, dass es sich um eine gewollte Attacke auf die Pferde handelte. Das Motiv sei unklar. Die Tat könne tatsächlich auf das Konto eines Pferdehassers gehen, aber auch ein „Dummejungenstreich“ mit schlimmem Ausgang sein.

Auch wenn es sich um einen Anschlag auf Lebewesen handelte, verbucht die Polizei diesen unter dem Aspekt Sachbeschädigung. Zeugen, die etwas beobachtet haben, das zur Aufklärung der Tat beitragen könnte, sollen sich unter der Telefonnummer (0 57 23) 9 46 10 bei der Polizei Bad Nenndorf melden.