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Nenndorf Friedhöfe sollen Lebensraum für Wildbienen werden
Schaumburg Nenndorf Nenndorf Friedhöfe sollen Lebensraum für Wildbienen werden
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12:39 28.07.2019
Die Bad Nenndorfer Blühstreifen sind ökologisch wertvoller als Rasen, bieten aber wenig Nutzen für Wildbienen. Quelle: Guido Scholl
Nenndorf/Rodenberg

Nach der Samtgemeinde Rodenberg soll nun auch die Samtgemeinde Nenndorf das Schöne mit dem Nützlichen verbinden: Statt Tristesse könnte bald auf den Friedhöfen der Kommune bunter Blumenschmuck vorherrschen. Dies würde auch dem Insektenschutz dienen – ökologische Vorzeige-Friedhöfe könnten das Ergebnis sein.

In der Samtgemeinde Rodenberg hatten Wählergemeinschaft und Grüne bereits einen Vorstoß unternommen, um die Friedhöfe der Kommune mit insektenfreundlichen Blühwiesen zu bepflanzen. Zwar sollen auch andere geeignete Areale gesucht werden, doch die freien Flächen auf den Begräbnisstätten drängen sich geradezu auf, weil sie wesentlich pflegeleichter würden, wenn dort kein Rasen mehr wüchse.
Somit wären gleich drei Effekte erreicht: Die Friedhöfe sähen freundlicher aus, Bienen und andere Nützlinge profitierten, und der Bauhof würde geschont. Obendrein dürfte es weniger Beschwerden über optische Schandflecke auf Friedhöfen geben. Dies war zuletzt häufig Thema gewesen.

Auch in Nenndorf kam nun ein ganz ähnlicher Vorstoß, dort stehen die Grünen hinter dem Ansinnen. Die Verwaltung soll bis Oktober, wenn der Umweltausschuss das nächste Mal tagt, einen Flächenpool zusammentragen, der sich für Blühstreifen eignet. Ganz explizit werden ebenfalls die Friedhöfe als naheliegend bezeichnet. Und es soll gezielt auf insektenfreundliche Bepflanzung gesetzt werden.

Wildbienen profitieren kaum

Damit sind die Grünen auf einer Linie mit dem Rehrener Naturschutz-Aktivisten Karl-Heinrich Meyer. Dieser hatte die bisherigen Bemühungen von Verwaltung und Bauhof, in deren Zuge mehrere Blühstreifen im ganzen Stadtgebiet verteilt wurden, im Grundsatz begrüßt. Doch er wies gegenüber dieser Zeitung auch darauf hin, dass Wildbienen von den dort gepflanzten Blumen kaum profitieren.

Meyer will nun mit Blick auf die Friedhöfe auch Vorteile für Wildbienen erreichen. Und dafür rückt er das Projekt Ökologische Nische Friedhof des BUND Niedersachsen in den Fokus. Der Verband will dabei in vier größeren Städten ökologische Vorzeige-Friedhöfe erschaffen. Und Meyer regt an, diese Idee auch in Nenndorf umzusetzen.

Der BUND verweist ausdrücklich auf Wildbienen als Nutznießer seines Projektes und unterstreicht den Nutzen für die Kommunen: „Durch eine ökologische Aufwertung der Friedhofsflächen und eine angepasste Bepflanzung und Pflege können die Kosten für die Instandhaltung verringert werden, während gleichzeitig die Attraktivität für viele Besucher gesteigert wird.“

In Rodenberg sind Naturschützer auf die BUND-Aktion ebenfalls aufmerksam geworden. Projektleiter Jakob Klucken kommt am 29. August zu einem Vortrag nach Lauenau.

Von Guido Scholl