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Nenndorf Ruhe vor dem Sturm
Schaumburg Nenndorf Nenndorf Ruhe vor dem Sturm
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13:50 24.05.2017
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RIEHE

Niestrath erklärte seinen zahlreichen Zuhörern zunächst, um was es eigentlich geht. Gegenwärtig beträgt die Fahrzeit der Strecke Hannover-Bielefeld 48 Minuten. Das ist zu langsam für den geplanten Deutschland-Takt, der 40 Minuten vorsieht. Jenes Konstrukt soll für eine bessere Vertaktung der Knotenpunkte im Schienenpersonenfernverkehr sorgen, damit Züge schnittiger verkoppelt werden können. Außerdem ist die Strecke im Schienengüterverkehr zwischen Wunstorf und Haste als auch zwischen Bückeburg und Minden überlastet.

Die Lösung aus dem Bundesverkehrsministerium: Die beiden „Beulen“, die die Bestandsstrecke wegen der Durchfahrt von Wunstorf und Minden hat, werden umfahren, in dem zwei zusätzliche Gleise zwischen Letter und Porta Westfalica gelegt werden sollen – also mitten durchs Schaumburger Land, Kostenpunkt: Zwei Milliarden Euro. Damit zeigen sich zahlreiche Anwohner betroffene Gebiete nicht einverstanden und fordern einen trassennahen Ausbau an der Bestandsstrecke.

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„Wach bleiben und sich vorbereiten“

Durch den Einfluss hiesiger Bundestagsabgeordneter und den Wirbel der Bürgerinitiativen konnte das entsprechende Gesetz zum Verkehrswegeplan maßgeblich beeinflusst werden, welches im Dezember beschlossen wurde. Dort steht zwar, dass die Querung bei Letter wegfällt – allerdings nur unter der Maßgabe, dass die für den Deutschland-Takt erforderliche Fahrzeitverkürzung von acht Minuten erreicht wird. „Wir können nicht ruhig schlafen, auch wenn gerade große Ruhe herrscht, denn somit ist alles möglich“, so Niestrath.

Gut ein halbes Dutzend mögliche Streckenverläufe zeigte Niestrath auf, die die Besucher in Staunen versetzte. „Da kommt noch was um die Ecke, dessen wir uns erwehren müssen“, sagte er. Die Bürgerinitiativen, die sich unter der IG Cosinus vereint haben, sollen „wach bleiben und sich vorbereiten“. Denn im kommenden Jahr soll das Land ein Bürgerdialogforum initiieren, wo alle Verantwortlichen involviert sind. Niestraht hofft, dass dort über Streckenvorschläge diskutiert und am Ende möglicherweise demokratisch darüber abgestimmt wird. Die Bürgerinitiativen sollen die Zeit bis dahin nutzen, um sich umfassend in Themen einzuarbeiten, „damit wir dort auf Augenhöhe diskutieren können“, so Niestraht. js