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Samtgemeinde Nenndorf Eine neue Gruppe soll die Debatte um die Friedhöfe in Nenndorf ankurbeln
Schaumburg Nenndorf Samtgemeinde Nenndorf Eine neue Gruppe soll die Debatte um die Friedhöfe in Nenndorf ankurbeln
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14:26 21.10.2019
Das Regelwerk für die Nenndorfer Friedhöfe soll neu aufgelegt werden. Quelle: gus
Samtgemeinde Nenndorf

Die vermeintliche Formalie könnte dann die Vorlage der Verwaltung durchforsten und zum Beschluss an den zuständigen Fachausschuss weiterreichen. Die jüngste Diskussion im Ausschuss für Friedhofsangelegenheiten um die Satzungsänderung war für alle Beteiligten unbefriedigend verlaufen.

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Der von Verwaltungsmitarbeiter Robert Engelmann ausführlich und nachvollziehbar vorgestellte Entwurf des Papiers stieß an zu vielen Punkten noch auf Widerstand der unterschiedlichen politischen Lager. Schwierig wirkte vor allem der Spagat zwischen Bürgerfreundlichkeit und Arbeitserleichterung für den Bauhof.

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Ein Beispiel: Die Maße der Rasenflächen zwischen den Gräbern. Der Verwaltung war wichtig, dass die Zwischenräume großzügig breit genug fürs Rasenmähen sind. Dies führte zu dem Vorschlag, dass die Nutzer der Gräber einen schmalen Rasenstreifen am Rand selbst pflegen sollen – wenig praktikabel, lautete das Urteil der Politik.

Zu enge Abstände zwischen Gräbern erschweren dem Bauhof die Arbeit. Foto: gus

An anderer Stelle ging es um den Einsatz der Orgeln und Musikanlagen bei Trauerfeiern in den Friedhofskapellen. Laut Satzungsentwurf soll die Samtgemeinde fortan nicht mehr haftbar gemacht werden können, sollte eine Orgel defekt sein. Der Hintergrund: Oft sind Bedienfehler von Privatleuten der Grund für einen Ausfall.

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Das Überprüfen der Instrumente und Anlagen vor jeder Trauerfeier lehnte die Verwaltung wegen des hohen Arbeitsaufwands ab. Teile der Politik hielten es aber für unzumutbar, wenn die Orgeln nur noch zufällig funktionieren.
Noch an mehreren anderen Punkten rieben sich Politiker mal dieser, mal jener Fraktion.

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Als absehbar war, dass die Satzung den Ausschuss in der vorliegenden Form nicht passieren würde, regte die SPD an, das Papier erst von der Friedhofskommission behandeln zu lassen. Dafür sei jenes Gremium da. Es wurde auch tatsächlich im Jahr 2016 reaktiviert, um eben solche Themen zu bearbeiten. Allerdings hieß es während der Sitzung Anfang September auch, dass der Kommission die Legitimierung fehle, Anträge an den Fachausschuss zu richten.

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Anstatt nun nachträglich die Kommission entsprechend zu legitimieren, lautet der Plan, eine Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen – möglicherweise soll die neue Bezeichnung die Hängepartie der vergangenen Jahre vergessen machen und dem Gremium einen unbelasteten Start ermöglichen.

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Doch auch die Besetzung war ein Problem: Die Kommission bestand aus neun Mitgliedern, der Fachausschuss zählte ebenso viele zuzüglich fünf beratender, nicht stimmberechtigter Mitglieder.

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Um die Arbeit in der neuen Gruppe zu erleichtern, sollen ihr sechs Vertreter angehören. Je zwei Sitze entfallen laut Verwaltungsvorschlag auf CDU und SPD, je einer auf WGN und Grüne. Bislang hatten CDU und SPD drei Sitze, die WGN zwei, die Grünen einen. Am Kräfteverhältnis würde sich wenig ändern – WGN und Grüne wären weiterhin genauso stark wie je eine der beiden Volksparteien.

Von Guido Scholl