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Samtgemeinde Nenndorf Endlich gibt es einen Kompromiss bei den Nenndorfer Friedhofsregeln
Schaumburg Nenndorf Samtgemeinde Nenndorf Endlich gibt es einen Kompromiss bei den Nenndorfer Friedhofsregeln
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13:45 01.12.2019
Die Nenndorfer Politik hat sich endlich zu einem Beschluss dazu durchgerungen, was auf den Friedhöfen erlaubt sein soll und was nicht. Quelle: Archiv
Nenndorf

In Paragraf 27 - und daran hatten sich Politiker über Monate gerieben - sollte laut Verwaltungsvorschlag neuerdings geregelt sein, dass die Samtgemeinde keine Haftung mehr übernimmt, wenn durch Steine, die beim Mähen aufgewirbelt werden, Schäden an Gräbern entstehen oder sogar Menschen verletzt werden. Es soll fortan nämlich weder Splitt noch Kies auf Flächen außerhalb der Gräber liegen dürfen. Auch für Grabeinfassungen wären Stein, Splitt und Kies nicht mehr zulässig.

50 Zentimeter Platz zwischen Gräbern

Der Bauhof könnte dadurch auch leichter arbeiten und müsste weniger Zeit auf den Friedhöfen verbringen. Karl-Walter Brüggenwirth (WGN) fragte, ob anstelle der zur Debatte stehenden Breite der Grabzwischenräume von 50 Zentimetern die Gräber nicht einfach unmittelbar aneinandergesetzt werden könnten. Die Areale „auf knirsch zu legen“, wie es Verwaltungsmitarbeiter Robert Engelmann formulierte, sei kritisch zu beurteilen. Es gebe praktische und optische Aspekte, die dagegen sprechen.

Solange eine Kommune über ausreichend Flächen für Gräber verfügt, sei davon abzuraten, auf Zwischenräume zu verzichten. Die 50 Zentimeter sollen gewährleisten, dass der Bauhof mit dem Rasenmäher zwischen den Gräbern arbeiten kann. Engelmann riet zu einer Art Testlauf für Begräbnisstätten ohne Zwischenräume.

Bei Splitt kein Mähen nötig?

Reinhard Schulte (CDU) plädierte dafür, weiter Steine und Splitt zwischen den Gräbern zu erlauben. Dann müsste der Bauhof dort keinen Rasen mähen. Die Nutzungsberechtigten müssten dann die Pflege übernehmen. Es werde einiges an Aufwand kosten, Splitt und Kies zu entfernen und Rollrasen neu zu verlegen. Ähnlich äußerte sich Imke Hennemann-Kreikenbohm (Grüne). Nur bei neu zu gestaltenden Friedhofsbereichen sollte nach dem neuen Regelwerk verfahren werden.

Mehr zum Thema: Eine neue Gruppe soll sich um die Friedhöfe kümmern

Das Problem ist laut Engelmann, dass es bei den Grabnutzern schwarze Schafe gibt, die mit Kies oder Splitt belegte Zwischenräume nicht ausreichend pflegen. So würden ganze Sektoren unansehnlich. Cornelia Jäger (CDU) sah keinen Konsens in Sicht und regte an, Hennemann-Kreikenbohms Kompromiss zu folgen. Marion Grages (SPD) schloss sich dem an – das Alte soll Bestand haben, bei neuen Flächen soll gleich auf Rasen umgestellt werden.

Keine Pflicht zum Rasenstutzen

Noch etwas sorgte für eine längere Kontroverse: Sollen die Nutzer das Gras, das der Bauhof an Grabkanten beim Mähen nicht wegbekommt, selbst entfernen müssen? Dies hielten die Politiker für eine Überforderung. Die Mehrheit war dafür, es den Hinterbliebenen zu erlauben, diese Arbeiten zu übernehmen. Eine Pflicht wurde abgelehnt. Schulte wollte erreichen, dass neben den Grabeinfassungen schmale Steinreihen angelegt werden, auf denen der Mäher rollen kann, sodass saubere Schnitte herauskommen.

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Am Schluss blieb es dabei: Die Grabnutzer werden nicht verpflichtet, Grasschnittreste zu beseitigen. Die Samtgemeinde übernimmt keine Haftung für Schäden an Gräbern, die durch Pflegearbeiten entstehen. Und jetzige Zwischenräume mit Kies und Splitt haben Bestandsschutz. Fortan ist diese Gestaltungsform jedoch untersagt.

Von Guido Scholl