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Samtgemeinde Nenndorf Entladestation K+S: Noch nichts entschieden
Schaumburg Nenndorf Samtgemeinde Nenndorf Entladestation K+S: Noch nichts entschieden
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09:29 10.11.2019
Eine Wasserentladestation für Güterzüge wie jene in Sehnde ist auch für Haste denkbar. Quelle: pr
SAMTGEMEINDE NENNDORF

Eine Entscheidung will das Unternehmen bis Jahresende fällen, um eine Option voranzutreiben. 38 Millionen Kubikmeter gilt es zu verfüllen – dazu ist K+S gesetzlich verpflichtet, wie Werksleiter Gereon Jochmaring betonte. Weil Süßwasser das Salz lösen würde, soll bereits mit dem Mineral versetztes Nass eingeleitet werden, erläuterte Henning Korte, Leiter Produktion und Technik unter Tage. Bezogen wird es von anderen Kaliwerken.

Nun muss dieses Wasser irgendwie zum Schacht gelangen – favorisiert wird ein Massentransportmittel, führte Projektleiter Bernd Klee aus. Eine Anfahrt mittels Lkw hat das Unternehmen bereits verworfen. Deshalb wurden die Bahnhöfe der Umgebung untersucht. Da Haste am dichtesten am Schacht Kolenfeld liegt, geriet der Ort ins Visier der Planer. Die Entfernung sei ein wesentlicher Grund, weil dadurch der Eingriff durch den Leitungsbau geringer gehalten werden kann, erklärte der Projektplaner.

Mensch und Umwelt im Blick

„Darüber hinaus untersuchen wir auch heute noch andere Varianten“, sagte Klee. Konkret nannte er den Transport vom Kaliwerk in Sehnde, bei dem es eine Wasserentladestation gibt, zum Mittellandkanal, von dort mittels Binnenschiff bis Kolenfeld und dann weiter mit einer Pipeline zum Schacht. „Wir sind mit den Überlegungen noch nicht am Ende und haben uns noch für keine Variante konkret entschieden“, betonte Klee. „Wir müssen einen Weg finden. Wir suchen den, der mit den geringsten Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt umsetzbar ist“, ergänzte er.

Bezüglich der Trasse von Haste nach Kolenfeld gibt es mehrere Optionen. Bodenproben wurden bereits auf einer Linie entnommen, die zunächst am Rande des Haster Waldes entlang führt und ihn dann direkt entlang der L403 durchquert. Sollte die Entladestation bei Haste gebaut werden, würden dort, wenn das Lärmgutachten dies zulässt, täglich sechs Züge ankommen – rund um die Uhr verteilt, auch am Wochenende, erklärte Klee.

Die Zeitspanne bezifferte er in dem Fall mit „größer als 15 Jahre“. In Betrieb gehen würde die Anlage frühestens 2023. Ihm zufolge seien die Gleise mindestens 150 Meter von der nächsten Bebauung entfernt. Auch investiere das Unternehmen in moderne Transportmittel, die Züge werden beispielsweise Flüsterbremsen haben.

Entscheidung soll bis Ende des Jahres fallen

Um schnellstmöglich mit der Flutung zu beginnen, werden ab 2021 Züge mit Wasser zum Schacht in Bokeloh rollen. Die Kapazität dieser Option alleine reiche aber nicht aus. „Wir sind gezwungen, eine Ergänzung zu haben“, so Jochmaring. Aktuell werden noch Informationen zusammengetragen, um eine Entscheidungsgrundlage zu bekommen. Unter anderem wartet die Planungsgruppe gerade auf ein Gutachten bezüglich des Lärms. „Wir sammeln Fakten und suchen dann Lösungen“, sagte Klee. Soll heißen: Je nach Lärmaufkommen werden passende Schallschutzmaßnahmen eingeplant.

Das Werk müsse geflutet werden und die Entscheidung werde letztlich nach objektiven Kriterien getroffen, so Jochmaring. Die Feinjustierung könne im Falle, dass die Sachargumente auf Haste hinweisen, aber mit den Gemeinden abgestimmt werden. Deshalb ist das Unternehmen auch offen für konstruktive Anregungen, erklärten die Planer. Eine interne Entscheidung für einen Weg will K+S bis Ende des Jahres fällen und dann das offizielle Verfahren dazu in Gang setzen. Auf den Antrag folgt das amtliche Genehmigungsverfahren, im Rahmen dessen auch Einsprüche erhoben werden können.

Eine Informationsveranstaltung dazu ist für Montag, 18. November, anberaumt worden. Beginn ist um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Haste. von Andrea Göttling

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