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Samtgemeinde Nenndorf Kita-Satzung: Noch Gesprächsbedarf bei Nenndorfer Politik und Eltern
Schaumburg Nenndorf Samtgemeinde Nenndorf Kita-Satzung: Noch Gesprächsbedarf bei Nenndorfer Politik und Eltern
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07:04 13.11.2019
Der Jugendausschuss der Samtgemeinde Nenndorf hat eine neue Kita-Satzung auf den Weg gebracht - und den Eltern, die einige Teile kritisieren, ein Gesprächsangebot gemacht. Quelle: Symbolbild, Christian Charisius/dpa
Samtgemeinde Nenndorf

Zwar ist die von Eltern harsch kritisierte Kita-Satzungsänderung am Dienstagabend vom Jugendausschuss beschlossen worden, die Politik hat aber weiteren Gesprächsbedarf signalisiert. Etwa 70 Zuhörer waren zu der Sitzung gekommen.

Schmidt verwundert über Elternrat-Vorwürfe

Verwaltungschef Mike Schmidt formulierte eingangs seine Verwunderung darüber, dass es der Elternrat trotz des mehr als einjährigen, öffentlichen Entscheidungsprozesses so darstellt, als habe die Politik hinter verschlossenen Türen gehandelt. Dass einiges seit August teurer ist, habe einen Hintergrund: Die Samtgemeinde braucht mehr Geld für mehr Personal, weil mehr Eltern Ganztagsplätze beanspruchen, seit diese kostenlos sind. Wirklich teurer geworden sei indes nichts, im Gegenteil: Im Vergleich zu der Zeit vor der Abschaffung der Elternbeiträge sei der Kindergartenbesuch heute für alle günstiger.

Mehr zu den Hintergründen: Kindergarten-Gebühren: Das stinkt den Nenndorfer Eltern

Auch Politiker sehen Transparenz

SPD-Sprecher Sigmar Sandmann erinnerte an sein vor Wochen ausgesprochenes ausdrückliches Lob für die Satzung. Er sei davon ausgegangen, dass sämtliche Informationen unter den Eltern bekannt gewesen seien. Möglicherweise sei das Format der Round-Table-Gespräche mit Eltern und Kita-Leitungen aber nicht das richtige, und es benötige ein neues Instrument bei ähnlichen Sachverhalten. Dennoch solle die Satzung nun in der vorliegenden Form beschlossen werden. Auch Marlies Matthias (CDU) sprach von einer transparenten und nachvollziehbaren Entwicklung.

Applaus und Zuspruch für Grünen-Vorschlag zum Essensgeld

Imke Hennemann-Kreikenbohm (Grüne) war dafür, dass Eltern wieder selbst das Mittagessen für ihren Nachwuchs bestellen können. Dafür gab’s kräftigen Applaus. Eltern aufzuerlegen, dass sie nachträglich Essensgeld zurückfordern müssen, wenn ihre Kinder eine bestimmte Zahl an Fehltagen aufweisen, sei unzumutbar. Amtsleiter André Lutz begründete den Schritt hin zu einer zentralen Essensbestellung mit einer dadurch vergrößerten Auswahl an Anbietern und damit höherer Qualität.

Auf Grünen-Antrag erhielten die Zuhörer das Wort. Eine Mutter betonte, dass sie jetzt für ihre drei Kinder fast 900 Euro pro Jahr mehr an Essensgeld bezahle. Eine andere Mutter kritisierte, dass eine Elternratssprecherin bei den Round-Table-Treffen nicht zu Wort gekommen sei. Einwände von Eltern im Vorfeld seien als „Einzelmeinungen“ abgetan worden. Es gehe bei der Kritik auch darum, Essensverschwendung zu vermeiden.

Weiteres Diskussionsforum geplant

Kritik richtete sich auch gegen die erhebliche Verteuerung der Randzeiten-Betreuung und der Wahl der Kernzeit von acht Stunden. Diese Handhabung wiederum wurde vom Landkreis aber so abgesegnet.

Die jetzige Satzungsänderung sieht erst einmal nur vor, dass Eltern das Essensgeld dann zurückfordern können, wenn ein Kind an zehn oder mehr Tagen nicht in der Kita speist. Es soll nun aber in einem neuen Forum über weiteres Entgegenkommen an die Eltern diskutiert werden. „Das Angebot nehmen wir gern an“, sagte der stellvertretende Elternratsvorsitzende Martin Knöllner. gus

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