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Samtgemeinde Nenndorf Klärschlammentsorgung: Westfalen Weser Energie stellt Projekt vor
Schaumburg Nenndorf Samtgemeinde Nenndorf Klärschlammentsorgung: Westfalen Weser Energie stellt Projekt vor
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14:30 08.09.2019
Was soll mit dem Klärschlamm der Samtgemeinde Nenndorf passieren? Quelle: Symbolbild, dpa
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Samtgemeinde Nenndorf

WWE zufolge ist es das Ziel, die Rohstoffe im Klärschlamm wiederzuverwerten, anstatt die Masse einfach zu verbrennen. Im Kern geht es um Phosphor, das beim Verwenden von Klärschlamm als Dünger im Boden zu ökologischen Belastungen führt. Ein Risiko gibt es laut Darstellung von WWE nicht. Grundsätzlich sei das Konzept auf Kostenneutralität ausgelegt, wobei beteiligte Kommunen eine gewisse Rendite erhielten.

Erzeugte Wärme soll Schlamm trocknen

Der Schlamm würde zwar trotzdem zur thermischen Energieerzeugung verwendet. Die erzeugte Wärme wird zum Trocknen des Schlamms. Doch anschließend folgt ein Verfahren zum Phosphor-Recycling. Dabei ist trotzdem noch ein Verbrennungsprozess nötig, doch die dabei entstehende Asche werde eben wiederverwertet. Es blieben Phosphorsäure, Metallsalze und Gips übrig.

Transportiert würde der Klärschlamm per Lastwagen und Schiff zu der WWE-Anlage. Die Transportfaktor ist gewissermaßen der ökologische Pferdefuß des Ganzen. Uwe Engelking (WGN) hakte in einer gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Wirtschaftsausschuss nach, wie weit denn die Wege würden. Dabei gehe es nicht nur um den CO2-Ausstoß sondern auch um die Kosten. Eine exakte Antwort erhielt er nicht, denn welche Unternehmen die Anlage baut und betreibt, wird derzeit europaweit ausgeschrieben. Mit dem Ergebnis steht auch der Standort fest. Die Frist endet am 1. Oktober. Laut WWE bewerben sich ausschließlich Großunternehmen um den Zuschlag. 

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Michael Richter (beratendes Mitglied der CDU/FDP-Gruppe im Umweltausschuss) erkundigte sich nach den Rückständen des Verfahrens. Die Replik lautete, dass alles Giftige wie etwas Schwermetalle bereits vor der Phosphor-Rückgewinnung aus dem Schlamm entfernt wird.

Beteiligte Kommunen sollen Geld verdienen

WWE möchte möglichst viele Kommunen an dem Projekt zu beteiligen. Wer dies tut, verdient auch mit – und zwar gemäß dem Anteil, den er in eine noch zu bildende Gesellschaft einbringt. Diese Anteil richtet sich wiederum nach der Menge des Klärschlamms. Dies sind im Falle Nenndorfs um etwa 10 000 Tonnen pro Jahr. Insgesamt rechnet WWE mit 160 000 Tonnen.

Der Zeitplan ist sportlich: Mitte 2020 soll das Projekt zunächst mit einer Übergangslösung starten, um den Kommunen Entsorgungssicherheit zu geben. Für das Jahr 2022 ist die Inbetriebnahme der Recycling-Anlage geplant.

Da die Samtgemeinde Nenndorf noch nicht entschieden hat, ob sie sich beteiligt, wurde deren Klärschlammverwertung für das Jahr 2020 sicherheitshalber schon einmal ausgeschrieben. Die Kommune wolle nicht ohne Anbieter dastehen, sollte die WWE-Beteiligung platzen, erklärte Verwaltungs-Chef Mike Schmidt. von Guido Scholl