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Samtgemeinde Nenndorf Offene Fragen - Nenndorfer Politik kritisiert die neuen Friedhofsregeln
Schaumburg Nenndorf Samtgemeinde Nenndorf Offene Fragen - Nenndorfer Politik kritisiert die neuen Friedhofsregeln
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15:17 05.09.2019
Das neue Regelwerk für die Nenndorfer Friedhöfe muss noch überarbeitet werden. Quelle: Archiv
SAMTGEMEINDE NENNDORF

Erst im Februar 2017 war die Friedhofssatzung zuletzt angepasst worden. Seinerzeit war es im Kern um die Gebühren gegangen.

Erleichterungen für den Bauhof

Doch jetzt standen eher Verbesserungen im Sinne der Bürgerfreundlichkeit, striktere Nutzungsregeln und Erleichterungen für den Bauhof im Vordergrund.

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Die Lesbarkeit soll verbessert werden, auch die Lage der Begräbnisstätten sollte besser nachvollziehbar gemacht werden. Das Bad Nenndorfer Areal wird explizit als Bergfriedhof ausgewiesen.

Der Bad Nenndorfer Friedhof wird explizit als Bergfriedhof ausgewiesen. Foto: Archiv

Gebote und Verbote waren ein weiterer wichtiger Punkt. Wer sein Nutzungsrecht an einem Grab vor dem eigentlichen Ablaufdatum zurückgibt und der Samtgemeinde somit die Pflege aufdrückt, soll dafür künftig Gebühren bezahlen.

Beigaben müssen verrotten

Schließlich bekommt der Bauhof mehr Arbeit. Nicht verrottende Beigaben in Särgen werden laut Verwaltungsvorlage auch untersagt. Genauso sollen Urnen aus verrottendem Material bestehen.

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Maximal zwei Drittel einer Grabfläche darf von einer Grabplatte belegt werden. Weil es zunehmend anonyme Urnengräber gibt, wird hierfür nun ein Umbettungsverbot verankert.

Was hässlich aussieht, kommt weg

Die Samtgemeinde behält sich aber vor, den Bauhof mit dem Entfernen von „abgängigem“ Grabschmuck zu beauftragen. Gemeint ist Grabschmuck, dessen Zustand das allgemeine Erscheinungsbild negativ beeinflusst.

Die Rasenflächen um die Gräber herum sollen 50 Zentimeter breit sein, sodass der Bauhof dazwischen mit dem Rasenmäher arbeiten kann. Den Rasen direkt an den Grabrändern sollen die Nutzer selbst stutzen. Robert Engelmann, der die überarbeitete Satzung vorstellte, verwies auf den hohen Arbeitsaufwand des Bauhofs.

Lieber Steinreihen statt Rasenpflege

CDU und Grüne sprachen sich dagegen aus, dass die Hinterbliebenen einen zehn Zentimeter breiten Rasenstreifen um die Gräber selbst pflegen sollen. Stattdessen sollen die Nutzer zehn Zentimeter breite Steinreihen in die Erde einlassen.

Dann ergäben sich 70 Zentimeter Platz, und die Hinterbliebenen müssen nicht selbst den Rasen stutzen. Engelmann warnte vor Platznot, die sich wiederum in höheren Gebühren niederschlagen könnte.

Künftig keine Kiesumrandungen

Kiesumrandungen von Gräbern sollen künftig untersagt sein. Die bestehenden Einfassungen dieser Art haben jedoch Bestandsschutz.

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Eine Dauergarantie, dass die technischen Geräte in den Kapellen immer funktionieren, steht bewusst nicht in der Satzung. Denn dies ist nicht ständig zu kontrollieren. Bei Mängelmeldungen soll der Bauhof umgehend tätig werden.

Keine Haftung bei defekter Orgel

Wer vor einer Trauerfeier sicherstellen will, dass alles in Betrieb ist, soll dies im Vorfeld abfragen.

So ist die Samtgemeinde im Falle eines Ausfalls – beispielsweise der Orgel – nicht haftbar. Hin und wieder resultieren Defekte auch aus Bedienfehlern. An diesem Punkt rieb sich die SPD-Fraktion, die sich eine verlässlichere Funktionstüchtigkeit wünschte.

Kommission fehlt Legitimation

Die Friedhofskommission muss aber erst noch vom Samtgemeindeausschuss legitimiert werden, um offiziell Vorlagen für den Wirtschaftsausschuss formulieren zu können.

Von Guido Scholl