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Suthfeld Spannende Grabung: Das fanden Forscher am Lindenbrink
Schaumburg Nenndorf Suthfeld Spannende Grabung: Das fanden Forscher am Lindenbrink
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15:45 12.08.2019
Fritz Bretthauer (vorn) und Felix Bernau untersuchen eine der drei Grabungsstellen. Quelle: gus
RIEHE

Nachdem im Jahr 2017 spektakuläre Funde aufgetaucht waren, gingen die Experten davon aus, dass am Lindenbrink einst mit die ersten Christen im Schaumburger Land siedelten.

Möglicherweise schon um 800 herum. Unter der Erdschicht eines Hügels schlummerten die Überreste dieser Häuseransammlung, bis irgendwann die Pflugscharen von Traktoren so tief in den Untergrund drangen, dass sie Relikte aus alter Zeit an die Oberfläche beförderten.

Untersuchung auch aus der Luft

Zum Glück für die Archäologie blieben diese Gegenstände nicht unentdeckt. Als klar war, dass es sich im mittelalterliche Funde handelte, nahmen Experten den Hügel genauer unter die Lupe. Eine geophysikalische Untersuchung nahm der ehrenamtliche Kreisdenkmalpfleger, Ronald Reimann, vor.

Außerdem wurde der Bereich per Luftbildarchäologie ausgewertet. Hinzu kamen die zahlreichen Funde, die mittels Metalldetektor aufgetan worden waren.

An drei Stellen graben die Archäologen. Foto: gus

Anhand der gesammelten Informationen wurden drei Stellen ausgeguckt, an denen nun Grabungen vorgenommen wurden, wie Ralf Schröder, einer der Beteiligten, erklärte. Zunächst hob Rüdiger Piegsa mit seinem Minibagger drei rechteckige Flächen etwa 40 Zentimeter tief aus.

Anschließend machten sich Hobby-Archäologen – teils aus Riehe, teils von außerhalb – an die Arbeit, um den Boden Stück für Stück abzuschaben. Die Leitung oblag Kreisarchäologe Daniel Lau, der den Einsatz ebenfalls in seiner Freizeit leistete.

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Farbliche Veränderungen ließen schnell den früheren Einfluss menschlichen Schaffens auf den Untergrund erkennen. Ein Brunnen und ein mittelalterliches Grubenhaus waren offenbar wie erwartet gefunden worden. Bei dem Grubenhaus handelt es sich um ein einst fürs Handwerk genutztes Gebäude. Ob der Brunnen auch aus dem Mittelalter stammt, blieb zunächst unklar.

Fundament lässt auf Haus schließen

An der dritten Grabungsstelle war eigentlich ein Haus angenommen worden, doch dies zeichnete sich dann doch nicht so ab. Lediglich in einem Randbereich stieß Lau auf ein Fundamentteil, in das wahrscheinlich einmal ein dicker Holzbalken eingelassen worden war.

Dieser wiederum könnte allerdings Teil eines Gebäudes gewesen sein. Mit dem Ertrag waren die Beteiligten bereits kurz nach Beginn der Grabungen zufrieden.

Eine große Keramikscherbe stammt mindestens aus dem späten Mittelalter. Foto: gus

So war die bisher größte am Lindenbrink gefundene Keramikscherbe aufgetaucht. Das Relikt ist mindestens 750 Jahre alt, so Lau, Es könnten aber auch 1200 Jahre sein – dies wird nun erforscht. Es könnte noch viel mehr im Boden schlummern. „Immer wieder findet man kleine Stücke Keramik, die auf das Mittelalter hinweisen“, sagte Lau.