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Suthfeld Wasserverband will Wasser in Meinsen fördern
Schaumburg Nenndorf Suthfeld Wasserverband will Wasser in Meinsen fördern
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13:31 20.04.2019
Früher war hier eine Fischzucht, nun will der Wasserverband Nordschaumburg auf dem Gelände in Meinsen Wasser fördern. Quelle: göt
Meinsen

„Der letzte Sommer hat uns gezeigt, wo unsere Grenzen sind“, sagte Geschäftsführer Werner Volker. Den Standort hatte sich der Verband bereits 1996 gesichert. Dabei ist auch das Wasserrecht auf den Verband übergegangen. Weil bislang kein Bedarf bestand, ist dort seitdem nicht viel passiert. Eine Halle ist für Lagerzwecke errichtet worden, hin und wieder wird die Grünfläche gepflegt.

Die Hitzewelle 2018 habe den Verband zum Umdenken gezwungen. „Wir müssen offen sagen, dass wir die Absicht haben, den Standort zu nutzen“, so Volker.

„Das Wasser war bei allen knapp“

Das Unternehmen versorgt Haushalte vom Steinhuder Meer bis ins Auetal. Als das Wasser im Sommer knapp wurde, haben auch angrenzende Versorger angefragt, ob ihnen die Nordschaumburger etwas zuliefern könnten. „Das Wasser war bei allen knapp“, sagte Volker. Während im Jahresdurchschnitt rund 10.000 Kubikmeter Wasser pro Tag ausgegeben werden, waren es im Sommer zwischen 15.000 und 16.000 Kubikmeter. Der Verband sei an seine Kapazitätsgrenze gekommen.

„Um uns herum kann keiner Wasser liefern“, sagt der Geschäftsführer. Um die Versorgung für das eigene Kerngebiet zu gewährleisten, müsse deshalb gehandelt werden. „Wir könnten uns sonst auch Untätigkeit vorwerfen lassen müssen“, so Volker. Schließlich wachse auch der zu versorgende Siedlungsraum zusehends.

Ein Gespräch mit dem Landkreis hab bereits stattgefunden. Nun wird ein Hydrogeologe beauftragt. Außerdem soll ein Kurzpumpversuch durchgeführt werden. Dieser soll aufzeigen, wie sich der Wasserkörper verhält, erklärte Volker.

Aus zehn Metern Tiefe

Das Nass wird nicht aus den Teichen entnommen, sondern aus rund zehn Metern Tiefe. Auch die Qualität des Elements wird erneut analysiert. Volker ist aber bereits überzeugt: „Wir haben dort gutes Trinkwasser.“

Auf dem Gelände sind keine baulichen Veränderungen notwendig. Ein kleines Wasserwerk und ein Speicherbehälter könnten in der vorhandenen Halle stehen. Zudem sollen die bereits bestehenden Brunnen genutzt werden. Als dort früher Fische gezüchtet wurden, sind enorme Mengen Wasser gefördert worden – „viel mehr, als wir jemals müssten“, sagt Volker. Welche Menge der Flüssigkeit gefördert wird, wird mittels Bedarfsberechnung festgesetzt.

Sollte das Förderansinnen genehmigt werden, könnten die Pumpen in zwei Jahren in Betrieb gehen, stellte der Geschäftsführer in Aussicht. Auch Betrachtungen beispielsweise hinsichtlich des Naturschutzes sind bei solchen Verfahren vorgeschrieben.

Bereits vor einigen Jahren hatten die beiden Hülseder Ratsherren Michael Ensslen und Martin Höhle Bedenken geäußert, da sie ein Absinken des Wasserspiegels in diesem Biotop befürchteten (wir berichteten). Diese Vorbehalte wiederholte Ensslen nun gegenüber dieser Zeitung.

Von Andrea Göttling