Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Lauenhagen 31-Jähriger angeschossen
Schaumburg Niedernwöhren Lauenhagen 31-Jähriger angeschossen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 18.07.2018
Der 31-Jährige war mit seinen Kindern auf dem Wirtschaftsweg Westerfeld im Bereich der Einmündung mit der Verlängerung der Straße an der Heidmühle unterwegs als ihn die Kugel traf. Quelle: rg
Anzeige
Lauenhagen

Ein Familienvater aus Lauenhagen ist bei einem Ausflug mit seinen drei Kindern angeschossen worden. Der 31-Jährige wurde dabei am Kopf verletzt. Die Polizei arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung der Tat.

Wie die Staatsanwaltschaft in Bückeburg erst am Dienstag auf Anfrage der Schaumburger Nachrichten bestätigte, ereignete sich die Tat am Sonntag gegen 17 Uhr. Der junge Familienvater war auf dem Wirtschaftsweg Westerfeld im Bereich der Einmündung mit der Verlängerung der Straße an der Heidmühle unterwegs. Mit dabei seine beiden Kleinkinder im Kindercroozer sowie sein vier Jahre altes Kind auf einem Rad. Es sollte ein entspannter Joggingausflug werden. Doch er endete mit einer Schussverletzung am Kopf.

Anzeige

Nach Polizeiangaben hatte der Lauenhäger plötzlich einen starken Schlag gegen den Kopf gespürt und war zu Boden gegangen. Etwas benommen stand er wieder auf und spürte Blut an seinem Kopf. Er ging zurück nach Hause. Von dort aus rief er die Polizei und begab sich in medizinische Behandlung.

Ein paar Zentimeter weiter und der Mann wäre tot gewesen

„Der Arzt hat sehr gute Arbeit geleistet“, sagt Polizeisprecher Axel Bergmann in diesem Zusammenhang. Der Mediziner habe sofort eine Schussverletzung vermutet. Außerdem habe er wichtige Spuren beim Reinigen der Wunde gesichert. Die Splitter werden derzeit vom Landeskriminalamt untersucht.

Am Montag fuhren die Beamten mit dem Mann in die Rechtsmedizin nach Hannover. Dort begutachteten Experten die Wunde. Sie stellten eindeutig fest, dass es sich um eine Schussverletzung handelt.
Dem Mann sowie seinen Kindern geht es nach Angaben Bergmanns den Umständen entsprechend. Offenbar hatten sie Glück im Unglück. Nur ein paar Zentimeter weiter und der Mann hätte tot sein können, oder aber eines der Kinder hätte von der Kugel getroffen werden können.

„Wir haben keinerlei Hinweise auf die Hintergründe“, sagt der Behördensprecher. Alles sei denkbar – ein Querschläger, eine vorsätzliche Tat oder aber Kinder, die mit einer Waffe hantiert haben.
Die Stadthäger Polizei hat eine sogenannte Hinweisaufnahme eingerichtet. Dort nehmen Beamte rund um die Uhr Beobachtungen und Tipps entgegen von Zeugen. Auch klapperten Streifenwagenbesatzungen die Häuser in dem Bereich ab und fragten Anwohner, ob jemand etwas beobachtet hat.

Tatort mit Metalldetektoren abgesucht

Fest steht nach Angaben Bergmanns, dass es sich bei der Waffe um mindestens ein Kleinkaliber gehandelt hat. Luftgewehre scheiden aus, mit großer Wahrscheinlichkeit auch Waffen mit Schrotmunition. Die Kriminaltechniker suchten selbstverständlich den Tatort ab. Zum Einsatz kam dabei auch ein Metalldetektor. Ob die Ermittler vor Ort ein Projektil gefunden haben, wollte Bergmann aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

Derweil herrscht in Lauenhagen große Unruhe. Immerhin könnte jemand Bewaffnetes weiter durch die Gemeinde laufen. „Ich bin geschockt“, sagt Bürgermeister Siegbert Krickhahn. Er habe erst am gestrigen Mittag von dem Schuss erfahren. „Ich hoffe für Lauenhagen, dass es schnell Klarheit in dem Fall gibt.“

Hinweise dringend erbeten

Die Polizei gibt für die Gemeinde und speziell den Wirtschaftsweg erst einmal keine Warnung raus. Dennoch rät sie dazu, mit offenen Augen durch die Gegend zu gehen. „Wir bitten alle Lauenhäger darum, sich Gedanken zu machen. Jeder Hinweis kann helfen. Dieser Aufruf liegt uns sehr am Herzen“, betont Bergmann.

Die ermittelnden Behörden haben eine sogenannte Hinweisaufnahme eingerichtet. Unter der Telefonnummer  (05721) 4004136 nehmen die Beamten Hinweise entgegen.

Einen Appell richtet er auch an Eltern: Da nicht ausgeschlossen werden könne, dass möglicherweise Kinder oder Jugendliche mit einer Schusswaffe „herumgespielt“ haben und es dadurch zu einem Unfall gekommen ist, bitten die Behörden sie darum, Gespräche mit ihren Kindern zu führen. 

Von Verena Gehring