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Lauenhagen Angeschossener Lauenhäger: Jagdschein bleibt eingezogen
Schaumburg Niedernwöhren Lauenhagen Angeschossener Lauenhäger: Jagdschein bleibt eingezogen
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00:20 21.02.2019
Im offenen Feld in Lauenhagen war der Familienvater beim Joggen angeschossen worden. Quelle: rg
Lauenhagen/Hannover

Wie es in dem Beschluss des Gerichts heißt, hatte sich aus der Waffe des Jägers „unstreitig ein Schuss gelöst und einen in etwa 400 Metern Entfernung in Begleitung seiner drei Kinder joggenden Mann am Kopf gestreift“. An der sofortigen Einziehung des Jagdscheins bestehe öffentliches Interesse, da sich der Jäger „bei vorläufiger Bewertung in der Handhabung der Waffe als unzuverlässig erwiesen habe“, begründet das Gericht die Entscheidung. Von ihm sei auch künftig kein verantwortungsvoller Umgang mit Jagdwaffen zu erwarten. Die weitere Ausübung der Jagd müsse in dem Fall deshalb zum Schutz der Allgemeinheit unterbunden werden, auch während des laufenden Verfahrens.

Wiederholt widersprüchliche Angaben

Als Grund dafür nennt das Gericht das Verhalten des Jägers nach dem Vorfall: Er hatte die Abgabe eines Schusses aus seiner Waffe zunächst insgesamt geleugnet und anschließend mehrfach abweichende wie auch widersprüchliche Angaben gemacht. Auch dies müsse zu seinen Lasten gewertet werden.

Der Beschuldigte habe, so seine letzten Aussagen, die Waffe geladen im Wagen quer auf den Knien liegend mitgeführt, ohne aber konkret erlegbares Wild erblickt zu haben. Bereits das stellt einen Verstoß gegen jagdrechtliche Sicherheitsbestimmungen dar. Die Behauptung, er habe den Lauf der Waffe beim Entladen Richtung Boden gehalten, von wo das Projektil abgeprallt sein müsse, sei mit den ballistischen Erkenntnissen nicht in Einklang zu bringen: Dem Projektil habe lediglich Gehölz- und Blattwerk, jedoch keine Erde angehaftet. So sei davon auszugehen, dass der Jäger die Waffe auch beim Entladen nicht so gehandhabt habe, wie er laut Sicherheitsbestimmungen verpflichtet gewesen wäre. Die weitere Angabe des Jägers, sein rechter Zeigefinger sei nur noch eingeschränkt beweglich, was möglicherweise den Vorfall ausgelöst haben könne, lasse zudem an seiner körperlichen Eignung zweifeln.

Landkreis sieht sich "bestätigt"

Der Landkreis Schaumburg als zuständige Jagdbehörde hatte im Dezember nach eigenen und polizeilichen Ermittlungen den Jagdschein des Jägers für ungültig erklärt und dessen Einziehung verfügt. Begründung: Dem Jäger fehle die gemäß Waffen- und Bundesjagdgesetz erforderliche waffen- und jagdrechtliche Zuverlässigkeit. Es sei davon auszugehen, dass er mit der Waffe unvorsichtig und unsachgemäß umgegangen sei. „Wir sehen uns in unserer Rechtsauffassung bestätigt“, sagte Landkreissprecher Klaus Heimann dazu jetzt auf Anfrage.

Beschwerde möglich

Gegen den Beschluss (Az. 11 B 259/19) können die Beteiligten innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg einlegen.