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Lauenhagen Erben oder sterben bei der Plattdeutschen Heimatbühne Lauenhagen
Schaumburg Niedernwöhren Lauenhagen Erben oder sterben bei der Plattdeutschen Heimatbühne Lauenhagen
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18:01 26.01.2020
Um ihrem Bruder Fritz (Frank Dollweber, rechts) das alleinige Erbe zu verwehren, sind die drei Schwestern zu allem bereit.   Quelle: Gerrit Brandtmann
Lauenhagen

Als Kapitän Fritz von Heisterdorp den Heringsfang aufgibt und auf seinen Gutshof in Kattenriehe zurückkehrt, bringt er dort das adelige Familienleben gehörig durcheinander: Zum Leidwesen seiner drei ledigen Schwestern hat der Seebär eine neue Hausgehilfin im Schlepptau. Sollte er die junge Lotte heiraten und ein Kind zeugen, würde er laut Testament den ganzen Hof erben. Die Plattdeutsche Heimatbühne Lauenhagen macht aus dem Stoff von Bernd Rintje in ihrer mittlerweile 70. Saison ein kurzweiliges Kammerspiel.

Schon die öffentliche Generalprobe im Gasthaus Probst zog mit über 100 amüsierten Zuschauern soviel Publikum an, wie eine waschechte Premiere. Im Zentrum des Geschehens stehen die Ränkespiele der drei Schwestern Albertine (Gerlinde Marek), Wilhelmine (Astrid Lange-Daake) und Dorothea (Britta Senne). Am Tisch des Kaminzimmers versuchen sie gemeinsam das Vorhaben ihres Bruders (Frank Dollweber) und seiner Begleiterin (Antje Schönfeld, zum ersten mal mit auf der Bühne) zu durchschauen und zu durchkreuzen.

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Dafür ist jedes Mittel recht. So wird der Steuermann Peter Frese (Cord Barnewold) als Nebenbuhler gegen seinen alten Kapitän ins Feld geführt, der örtliche Gendarm (Michael Zepp) verstrickt und beraten, ob der Bruder nicht einfach mit vergifteter Linsensuppe um die Ecke gebracht werden soll, bevor die ehelichen Dinge ihren Lauf nehmen. Doch das missgünstige Schwestern-Trio schätzt die Lage und die Fremde im Haus gehörig falsch ein, wie der Schlussakt zeigen wird.

Das plattdeutsche Ensemble um Ulrich Dollweber präparierte sich seit Oktober mit 25 Proben für das Bühnenstück. 20 Stunden, schätzt Vorsitzender Dollweber, wendeten Eike Ehlerding, Klaus Peter Herbst und Frank Wilharm für das Bühnenbild im Stil der fünfziger Jahre auf – auch einige Finesse. So ist ein Schrank, in dem einer der Akteure während des Schauspiels für eine halbe Stunde verschwindet, von hinten begehbar.

Das Publikum kann sich an 16 Spielterminen vom 1. Februar bis zum 29. März selbst ein Bild von der adeligen Komödie auf Plattdeutsch machen. Karten gibt es unter Telefon (0 57 21) 99 64 37.