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Lauenhagen In der Hitze der Nacht: Unterwegs mit dem DJ-Team vom Real Sound Project
Schaumburg Niedernwöhren Lauenhagen In der Hitze der Nacht: Unterwegs mit dem DJ-Team vom Real Sound Project
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20:17 12.09.2019
Von der DJ-Kanzel aus hat das Real Sound Project alles im Blick und kann schnell auf jede Stimmung reagieren. Quelle: Arne Boecker
Lauenhagen

Puh, was für eine Saison! Jan Tielking zählt auf: „800 Gäste in Pollhagen, 1200 in Vehlen und 1150 beim Heimspiel in Lauenhagen.“

Seit einigen Jahren sind Erntefeste bei jungen Frauen und Männern wieder in Mode. Jan Tielkings beeindruckende Zahlen sind der beste Beweis. Er gehört zum Real Sound Project (RSP) aus Lauenhagen, einem der profiliertesten Anbieter, was Zelt-Discos angeht.

Was Real Sound Project auf drei Dorffesten in Schaumburg erlebt

Diese Zeitung hat RSP auf den Erntefesten in Pollhagen, Vehlen und Lauenhagen erst beim Aufbau beobachtet und dann auf das DJ-Pult geguckt – drei starke Abende auf dem Dorf.

Pollhagen, Festzelt am Sportplatz – Aufbau:

Eigentlich sind die fünf, sechs Mann (Pardon: Unter ihnen ist eine Frau), die dem Real Sound Project die Bühne bereiten, ein eingespieltes Team. Heute ist jedoch einiges anders, weil ein Teil des Equipments erst mittags beim Zeltlager der Feuerwehren in Lauenhagen abgebaut und dann im Pferdeanhänger nach Pollhagen gekarrt wurde.

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Im Zelt geht es jedoch ruckzuck. Schnell steht das Podest, dann werden Licht und Ton an zwei Traversen gehängt, die schließlich jemand auf halbe Höhe in den Zelthimmel kurbelt. In der Mitte der hinteren Traverse baumelt, in diesem Moment noch matt und stumpf, eine Discokugel.

21 Uhr Leere, ab 23 Uhr Party, um 4 Uhr Abbau

DJ D.AVID, der außerhalb von Festzelten Philip David heißt, beginnt zu stöpseln und zu verkabeln. Das geht schnell, der junge Mann weiß, was er tut. Schon lange legt er für das Real Sound Project auf. Wobei „auflegen“ nicht mehr der korrekte Fachausdruck ist, weil DJs Knöpfe drehen und Regler schieben, anstatt Platten aufzulegen.

„Um 21 Uhr wird noch niemand im Zelt sein, um 23 Uhr geht die Stimmung für zwei Stunden richtig hoch, um 4 Uhr können wir wieder abbauen“, sagt Philip. Seine Aufgabe wird es sein, die Zeit voll auszureizen und zu verlängern, in der der Laptop auf seinem DJ-Pult wackelt, weil vor ihm alle hüpfen, tanzen und springen.

Lauenhagen, Festzelt – kurz vor dem Start:

Jan Tielking „umtriebig“ zu nennen, wäre untertrieben. In Lauenhagen hat er überall dort seine Finger im Spiel, wo es um Veranstaltungen geht – beim Erntefest, in der Feuerwehr und auch beim Real Sound Project.

Größere Partys, teurere Ausrüstung - reich wird trotzdem keiner

„Uns gibt es jetzt seit fast 20 Jahren“, sagt er. Angefangen hat es mit ein paar Leuten, die auf Partys Musik gemacht haben.

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„Die Partys wurden größer, das Equipment teurer“, sagt Tielking. Wenn das Project Abi-Bälle in Stadthagens Festhalle bespielt, steht dort Licht und Ton im Wert von mehreren Zehntausend Euro – aber eben auch ein riesiges rotes Herz, eigenhändig zusammengebaut in einer Lauenhäger Scheune.

Was nach den Auftritten an Geld übrig bleibt, stecken wir komplett in coole Technik.

Jan Tielking , Real Sound Project

Reich wird beim Real Sound Project niemand. „Was nach den Auftritten an Geld übrig bleibt“, sagt Tielking, „stecken wir komplett in coole Technik.“

Vehlen, Festzelt an der Feuerwehr – Musik:

Philip David, der in diesem Moment D.AVID ist, weiß genau, wo in seinem Laptop er welchen Track findet. Electro, Pop, Rock, Rap, Black Music, dazu ein paar Mallorca-Schlager: D.AVID muss die Menge immer im Blick haben, um zu scannen, welche Musik sie in diesem Moment auf die Beine bringt.

Musikgeschmäcker gehen auseinander - kein Leichtes für einen DJ

Das ist nicht leicht, wenn man weiß, wie stark die Musikgeschmäcker heute zersplittern. D.AVID balanciert mit seinen Sounds, dass er möglichst wenige Frauen und Männer an die Bier- und Bratwurststände vor dem Zelt verliert. „Es ist aber auch nicht sinnvoll, über Stunden nur Uptempo-Titel und Party-Kracher zu spielen“, ruft David gegen die laute Musik, „irgendwann wollen die Besucher ja auch mal was trinken.“

Pollhagen, Festzelt – 4 Uhr nachts:

So, die Schlacht ist geschlagen. „Angels“ von Robbie Williams war, wie so oft, das letzte Stück Musik, das D.AVID aus seinem Laptop gelassen hat. Selig haben sich sehr späte Pärchen in den Armen gelegen.

Wenn wir das nicht machen, kriegen wir die Leute bis zur nächsten Erntefest-Saison nicht aus dem Zelt.

Philip David , DJ beim Real Sound Project

Wer jetzt noch auf der Tanzfläche ist, tanzt nicht, sondern versucht aufrecht stehen zu bleiben. Die vielen Fanta-Korn, so etwas wie das Getränk der Saison, fordern ihren Tribut.

„Zwei Stunden brauchen wir ungefähr für den Abbau“, rechnet Philip vor. Die Musik ist komplett aus. „Wenn wir das nicht machen, kriegen wir die Leute bis zur nächsten Erntefest-Saison nicht aus dem Zelt“, sagt der DJ. von Arne Boecker

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