Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Meerbeck Volksdorf feiert den Zusammenhalt
Schaumburg Niedernwöhren Meerbeck Volksdorf feiert den Zusammenhalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:55 15.09.2019
Jung und Alt lassen es gemeinsam krachen. Quelle: Gerrit Brandtmann
Volksdorf

20 Jahre ist es her, dass die Volksdorfer Erntekrone das letzte Mal ihren Platz auf dem Völker-Hof fand und Jung und Alt in Trachten drumherum wirbelten. Am Wochenende hat Eva-Maria Völker die Tradition fortgesetzt. Zum 38. Erntefest des Ortes in Folge konnte die Erntebäuerin rund 450 Gäste auf ihrem Hof willkommen heißen.

Das Durchhaltevermögen der Dorfgemeinschaft in dieser Tradition würdigte Völker mit einem extra für den Anlass gedruckten Plakat, das an der Tür zum Dachboden befestigt war. Alle Erntebauern seit 1981 sind darauf aufgelistet. Bei der Erntefest-Premiere auf dem Hof waren es noch ihre Eltern Annelies und Heinrich Völker, denen die Ehre zuteil wurde.

„Ich finde es toll, dass es immer wieder Leute gibt, die mitmachen“, sagte Völker bei ihrer Begrüßgung. Etwa fünf Familien hätten sich schon mehr als einmal auf der Liste wiedergefunden. Völker gibt viel auf den Gemeinsinn im Ort. „Nachbarschaftshilfe gibt es hier bei jedem Problem“, sagt sie. Die Dorfgemeinschaft mache aber auch an den Ortsgrenzen nicht halt.

„Das Leben ist für die Landwirte nicht leichter geworden“

Anerkennende Worte gab es auch von Bürgermeisterin Sabine Druschke, insbesondere mit Blick auf die jüngsten Dürre-Perioden: „Das Leben ist für die Landwirte nicht leichter geworden.“ Druschke mahnte mehr Bewusstsein für das Bauerntum an und sprach sich für das Kaufen regionaler Produkte aus. „Ein Volk kann ohne Bauern nicht bestehen. An so einem Festtag muss man sich vor Augen halten: Ohne Ernte kein Leben.“ Wie die Erntebäuerin betonte die Bürgermeisterin den Wert des Zusammenhalts. Jeder werde gebraucht, damit die Gemeinde funktioniere.
Die gut gelaunte und natürlich in Tracht kostümierte Dorfjugend leistete ihren Beitrag zum Fest mit 38 Tanzpaaren, ergänzt um zwölf Kinderpaare, die fast den ganzen Hof füllten. Die fünfjährige Marike und der drei Jahre alte Wilko waren die jüngsten Tänzer.

Dafür, dass alle den „Beckedorfer“, „Windmühlenflügel“, „Heufahrer“ oder „Obernkirchener“ auch im Gedränge form vollendet Tanzen können, sorgt Michael Zepp. Der fungierte nicht nur seit über 30 Jahren als Tanzlehrer der Dorfjugend, sondern während der Feier um die Erntekrone auch als der „Prinzgemahl“ der ledigen Erntebäuerin. Die Generationen hält Zepp dabei gekonnt zusammen. „Hier feiern Jung und Alt tatsächlich noch zusammen. Das ist nicht mehr in allen Dörfern so“, resümiert er.

Von Gerrit Brandmann