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Meerbeck Zwischen Funkloch und Funkmast
Schaumburg Niedernwöhren Meerbeck Zwischen Funkloch und Funkmast
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16:52 23.12.2018
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Meerbeck

Wie berichtet, gibt es bereits eine Bürgerinitiative mit dem Titel „LTE-Ausbau sinnvoll planen“ in Meerbeck, die sich gegen den Bau eines Masts im Wohngebiet gegründet hatte. Bei der Ratssitzung wurde deutlich, dass trotz aller Vorbehalte ein funktionierendes Netz gewünscht wird, die Bürger aber die Gewissheit haben wollen, dass davon keine Gesundheitsgefährdung ausgeht. Ein Bürger forderte die Gemeinde auf, Einfluss auf die Mobilfunkanbieter geltend zu machen.

Antworten von der Gemeinde, die sie selbst nicht geben könne, wollte die Leiterin der Wilhelm-Busch-Grundschule Niedernwöhren, Jutta Roth. Die Schule hat einen Standort in Meerbeck. Sie berichtete, dass die Eltern sowohl der Schulkinder als auch der Mädchen und Jungen im angrenzenden Kindergarten nach den Auswirkungen der nahen Funkmasten fragen und sich sorgen. „Das können wir nicht beantworten“, sagte Roth und fragte Rat und Verwaltung: „Könnt ihr uns versichern, dass das unproblematisch ist?“

Nicht im Einfluss der Gemeinde

Bürgermeisterin Sabine Druschke (SPD), die die Unbedenklichkeit aus einem früheren Gutachten erwähnte, schickte vorweg, dass die derzeit vorhandenen Masten der Status quo seien, aber ansonsten von den Anbietern keine weiteren Anträge vorlägen. Was allerdings auf Privatgrundstücken passiere, liege nicht im Einfluss der Gemeinde. Das wollte ein Kritiker nicht gelten lassen. Er forderte die Gemeinde auf, ihre „Planungshoheit“ wahrzunehmen, vernünftige Konzepte zu entwickeln und Einfluss auf die Mobilfunkanbieter zu nehmen. Druschke wiederholte, dass diese Planungshoheit nicht für private Grundstücke gelte. Sie gab außerdem zu bedenken, dass das Netz in Meerbeck schon derzeit Lücken aufweise und nicht abgedeckt sei.

In Sachen Abdeckung gab der Einwohner der Bürgermeisterin Recht, bestand jedoch darauf, dass es nachdrücklicher sei, wenn die Gemeinde an die Konzerne herantrete, als es bei der Bürgerinitiative der Fall wäre. „Wir sind machtlos, solange uns die Gemeinde nicht unterstützt“, sagte er.

Ernst Führing (CDU) erklärte, dass die Provider aus technischen Gründen ohnehin nicht alle an einen Standort gehen könnten. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagte der CDU-Sprecher und erklärte, dass es keinen Sinn habe, dass die Gemeinde ein Gutachten in Auftrag gibt.

Von anderen Bürgern wurde kritisiert, dass das vorliegende Gutachten etwa 20 Jahre alt sei und dem heutigen Übertragungsstandard nicht mehr genüge. Es sei heute üblich, „dass Provider inzwischen von Schulen und Kindergärten wegbleiben“. „Vielleicht hat es doch Sinn, noch mal ein Gutachten zu machen“, sagte Schulleiterin Jutta Roth.