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Niedernwöhren Brigitte Deyda saniert zwei Bauernhäuser in Niedernwöhren
Schaumburg Niedernwöhren Niedernwöhren Brigitte Deyda saniert zwei Bauernhäuser in Niedernwöhren
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21:41 16.04.2019
In den Altbauten an der Dorfstraße sollen Räume für Büros und neue Wohnungen entstehen.  Quelle: bab
Niedernwöhren

In einem 1880 erbauten denkmalgeschützten Gebäude sind inzwischen Büroräume mit dazugehörigen Sozial- und Sanitärräumen entstanden, die komplett oder raumweise vermietet werden sollen. Im Nachbarhaus, Baujahr 1902, und zwei alten Ställen sollen außerdem insgesamt neun Wohnungen entstehen.

Eigentlich sei es nur ein Zufall gewesen, dass sie schließlich auf die Immobilien in Niedernwöhren gestoßen sei, sagt die 59-Jährige. „Ich wollte ein Grundstück mit viel Platz, wo man mit mehreren Menschen wohnen kann.“ Zunächst habe sie sich im Raum Hannover umgeschaut und sei dann schließlich in Niedernwöhren fündig geworden. Infrastruktur und Anbindung an den Regionalverkehr sind gut, findet sie. Und es sollte unbedingt ein Haus mit Geschichte sein. „Ich bin ein Fan von Altbauten“, verrät Deyda, die bereits in der Landeshauptstadt ein Haus saniert hat.

In der Diele der alten Leibzucht soll das Foyer für die Büroräume entstehen. bab

Nicht nur Ratsherren aus Niedernwöhren freuen sich darüber, dass die ortstypischen Backsteinhäuser wieder mit Leben gefüllt werden sollen. Auch der Seniorenbeirat der Samtgemeinde ist von dem Projekt beeindruckt. Schließlich machen sich Parteien und Gremien seit geraumer Zeit Gedanken darüber, wie Wohnmöglichkeiten für Senioren in der Gemeinde geschaffen werden können.

Laut Deyda soll die Mischung der Altersstruktur innerhalb der Bewohnerschaft später stimmen. Alt und Jung sollen sich auf dem Gelände wohlfühlen. Die Bauherrin selbst möchte dort ebenfalls eine Wohnung beziehen. „Das Gute ist, ich kann mir meine Nachbarn aussuchen“, sagt sie. Und einige der Mieter dürfen auch ruhig Spaß an der Gartenarbeit mitbringen, denn die Bauherrin stellt sich vor, auf dem Gelände auch Obst und Gemüse für die Selbstversorgung anzubauen.

Nach Originalteilen gesucht

Deyda versteht viel von der Materie. Sie ist Berufsschullehrerin für Holztechnik und hat ihr Grundstudium im Fachbereich Architektur absolviert. Mit viel Liebe zum Detail und nach allen Richtlinien des Denkmalschutzes lässt sie die maroden Teile des älteren Gebäudes erneuern. Sichtbar ist seit einiger Zeit das neue Dach mit der typischen Schaumburger Mütze am Giebel. „Die war total kaputt“, beschreibt Deyda den vorgefundenen Zustand. Die Nässe durch den Regen sei bis in die Decken gezogen.

Seit zwei Jahren ist die Hannoveranerin bereits mit der Sanierung beschäftigt. Für fehlende, marode oder kaputte Elemente hat sie nach Originalteilen gesucht. „Auf der Bauteilbörse in Hannover habe ich zum Beispiel ein paar Türblätter gefunden“, verrät sie. Es werde aber immer schwieriger, an solches Material zu kommen. „Das Gebäude wird stilgerecht hergestellt, so wie es auch gewesen ist.“ Das geschieht alles in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. Dies sei überhaupt kein Problem, meint Deyda, weil sie ohnehin die gleichen Vorstellungen von der Sanierung habe, wie es auch vom Denkmalschutz vorgegeben wird. Dafür gebe es auch Fördergeld aus EU-Mitteln.

Im Nachbarhaus, das demnächst ausgebaut wird, ist die Bauherrin freier in der Gestaltung, weil es nicht dem Denkmalschutz unterliegt. Die dort entstehenden Wohnungen sollen von unterschiedlicher Größe sein. Dann nimmt sich die Bauherrin die beiden alten Ställe vor, die ebenfalls fürs Wohnen umgebaut werden. Die Öffentlichkeit darf sich im Juni einmal auf dem Gelände an der Dorfstraße umschauen. Dann will der Verein Bürgerenergiewende Schaumburg das erste Schaumburger Klimafestival auf dem Grundstück von Brigitte Deyda ausrichten.  bab