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Nordsehl Weitgehend unbemerkt wohnte der Weltstar Helmut Berger in Nordsehl
Schaumburg Niedernwöhren Nordsehl Weitgehend unbemerkt wohnte der Weltstar Helmut Berger in Nordsehl
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21:27 26.02.2019
Schauspieler Helmut Berger tritt in die Pedale – eine Doku über seine Freundschaft mit einer Nordsehlerin kommt nun ins Kino. Quelle: pr.
Nordsehl

Verantwortlich ist vor allem die Hartnäckigkeit, die Bettina Vorndamme grundsätzlich auszuzeichnen scheint, dazu kommt der Umstand, dass Valesca Peters, ihre Tochter, als Regisseurin arbeitet.
Also: Filmfan Vorndamme war entsetzt über das, was über Helmut Berger zu lesen war – Alkoholeskapaden, Auftritt im RTL-„ Dschungelcamp“.

Dabei hat der Mann mit allen Großen der Filmwelt gearbeitet. Bekannt wurde er mit Filmen seines Lebensgefährten Luciano Visconti, aber er spielte auch unter Francis Ford Coppola in Teil III des „Paten“, später verkörperte er den Teufelsgeiger Paganini und den Modezar Saint Laurent.

Die Nordsehlerin Bettina Vorndamme fand den Mann, der mal als der schönste der Welt galt, schon immer gut. Sie nahm einfach mal Kontakt auf und lud den Salzburger ein. Kurz darauf saß der Schauspielstar tatsächlich auf dem Sofa und trank Kaffee aus Omas Tasse.

Filmemacherin Valesca Peters dokumentierte das Zusammentreffen zwischen ihrer Mutter und dem eigenwilligen Schauspieler von Beginn an mit der Kamera. „Helmut Berger, meine Mutter und ich“: Entstanden ist ein 92-Minuten-Film über einen „sensiblen Künstler, über Familie und Wahlverwandtschaften, das Abstürzen und Wiederaufstehen“ – so der Filmverleih.

Trickkiste kommt zum Einsatz

„Ursprünglich skeptisch“, so Peters, habe sie ihre Meinung über Helmut Berger geändert: „Wenn meine Mutter es schafft, Berger zu interessieren, sollte ich dem Projekt eine Chance geben.“ Die erste Begegnung in Paris ließ Berger als „großes Fragezeichen“ erscheinen, erinnert sich Peters: „Hatte er eine Kunstfigur geschaffen? Oder war das wirklich er?“

Näher kam man sich erst, als Berger für mehrere Monate in das Nordsehler Bauernhaus der Mutter zog. „Der beinahe familiäre Zugang machte es möglich, viel Zeit mit ihm zu verbringen“, sagt die Regisseurin.

Peters musste dennoch in die Trickkiste greifen, um den Schauspieler zu „knacken“. Schließlich schrieb sie Interviews mit ihm auf, die sie ohne Kamera geführt hatte, um ihn dann die Texte sprechen zu lassen, dann legte sie Bilder darüber. „Anfängliche Ängste, Berger könne unser junges Filmteam nicht ernst nehmen und sich daneben benehmen, lösten sich in Luft auf.“

Premiere feierte „Helmut Berger, meine Mutter und ich“ im Januar beim renommierten Max Ophüls Filmfestival in Saarbrücken, am 7. März kommt der Film in die Kinos.

  • Am Sonntag, 3. März, haben Schaumburger Cineasten Gelegenheit, den Film, der in Teilen in Nordsehl spielt, im Stadthäger Kinocenter zu sehen. Beginn ist um 12 Uhr. Regisseurin Valesca Peters steht hinterher zum Filmgespräch bereit.