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Samtgemeinde Niedernwöhren Kritik an Plänen für Sprachförderung in Kitas
Schaumburg Niedernwöhren Samtgemeinde Niedernwöhren Kritik an Plänen für Sprachförderung in Kitas
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18:45 02.05.2018
Die Sprachförderung für Kinder soll auf die Kindergärten übertragen. Quelle: dpa
Samtgemeinde Niedernwöhren

Silke Weibels, beim Landkreis als Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen zuständig, hat im Schul- und Kindergartenausschuss des Samtgemeinderates Niedernwöhren über Fördermöglichkeiten und Qualifizierungsangebote berichtet.

„Der Gesetzentwurf sieht vor, dass für die Kinder mit Förderbedarf die Sprachförderung in die Kita verlagert wird“, sagte Weibels. Dennoch sei zurzeit noch nicht ganz sicher, wie dies im einzelnen aussehen werde, da es bisher noch keine Durchführungsverordnung gebe. „Es ist noch sehr, sehr vage, weil wir bisher noch nicht wissen, was das Land möchte“, sagte Weibels, die aber ankündigte, dass der Landkreis die Kindergärten weiter bei dem Coaching in Sachen Sprache unterstützen wolle. Die Fortbildung für die Erzieherinnen solle bis auf eine kleine Gebühr kostenfrei sein. Diese Verlagerung der Sprachförderung bedeute aber auch, dass alle Einrichtungen ihre Konzepte überarbeiten müssten.

„Wir haben in der Samtgemeinde noch keine Anstalten in dieser Sache gemacht, heißt das, dass jede Einrichtung so eine Kraft haben muss?“, fragte Samtgemeindebürgermeister Marc Busse. „Das ist eigentlich unser Ziel“, antwortete Weibels. Auf Busses Frage nach der Größenordnung erklärte die Landkreismitarbeiterin, dass es sich um zusätzlich zwei Stunden pro Woche handeln werde.

Änderung kommt plötzlich

Simone Schäfer von der WGN wollte wissen, mit welchem Aufwand für die Fortbildung der Erzieher zu rechnen sei. Wie Weibels angab, gebe es beispielsweise eine Ausbildung bei der Schlaffhorst-Andersen-Schule, die sich über fünf Wochenenden erstrecke, eine Weiterbildung über die VHS würde insgesamt 184 Stunden in Anspruch nehmen.

Für die Mitglieder im Ausschuss kommt diese Gesetzesänderung sehr plötzlich. „Das ist ja mal wieder sehr spontan“, sagte Schäfer und Beisitzerin Sylvia Frödrich, Leiterin des Kindergartens Lauenhagen, bezweifelt, dass alle Kindergärten es schaffen, sich bis zum neuen Kindergartenjahr entsprechend zu positionieren. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir das bis August hinkriegen“, sagte sie. Außerdem gebe es in Lauenhagen kein Kind, das unter die Sprachförderung fallen würde.

„Wir haben Kitas, die eine hohe Quote an Kindern mit Migrationshindergrund haben“, sagte Weibels und gab an, dass der Landkreis einen Antrag auf Fortführung der Unterstützung mit Landesmitteln für die kommenden Jahre gestellt habe. bab