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Samtgemeinde Niedernwöhren So läuft die Sprachförderung in der Samtgemeinde Nienstädt
Schaumburg Niedernwöhren Samtgemeinde Niedernwöhren So läuft die Sprachförderung in der Samtgemeinde Nienstädt
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15:56 26.04.2019
Zwei der drei Programm in der Samtgemeinde Nienstädt richten sich vor allem an Migranten- und Flüchtlingskinder. Quelle: dpa/Symbolbild
Samtgemeinde Nienstädt

Fazit: Die Programme, die in der Kita Bergkrug und der Krippe Seggebruch zur Förderung der Sprache eingesetzt werden, erfüllen ihren Zweck. Dies ist das Ergebnis einer Bestandsaufnahme, die jetzt im Kindergartenausschuss der Samtgemeinde vorgestellt wurde. Ein wenig Wasser in den Wein goss Samtgemeindebürgermeister Ditmar Köritz mit der Anmerkung, dass die Programme befristet sind.

Drei Programme von Land und Bund

Gleich drei Programme und Maßnahmen des Bundes und des Landes Niedersachsen widmen sich dem Thema „Sprachförderung“. Ein Bundesprogramm ist „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ überschrieben. Nachdem in einer „ersten Förderwelle“, wie es in den Amtsstuben heißt, nur Kitas Geld bekamen, erfasst die zweite Förderwelle auch Krippen – unter anderem das Spatzennest. 25 000 Euro fließen aus dem Topf nach Seggebruch. Sie reichen aus, um eine Erzieherin für knapp 20 Stunden Arbeit pro Woche zu bezahlen.

Das Programm will Kinder aus Migranten-Familien sprachlich schulen; zur Zielgruppe gehören aber auch sozial schwache Familien. Das funktioniert sehr gut, war der Tenor im Kindergartenausschuss der Samtgemeinde. Die Erzieherinnen gehen gezielt in die Gruppen, um mit spielerischen Elementen das Sprachvermögen der Kinder zu verbessern.

Bundesprogramm läuft nächstes Jahr aus

„In einem zweiten Schritt sollen sie als Multiplikatoren die Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen auf diesem Gebiet schulen“, sagte Köritz. Ziel sei, dass alle Beschäftigten gezielt in der Sprachförderung tätig sein können. Köritz bedauerte, dass das Bundesprogramm Ende 2020 ausläuft: „Das ist für die Sache an sich, aber auch für die Beschäftigten nicht schön“, sagte er. Es müsse nun auf Bundesebene politisch entschieden werden, ob das Programm verlängert wird.

Das zweite Programm, mit dem ausschließlich in der Kita Bergkrug gearbeitet wird, heißt QuiK. Das steht für Verbesserung der Qualität in Kindertagesstätten. Auch hier stehen „Kinder mit Fluchterfahrung“, wie es die Ausschreibung formuliert, im Mittelpunkt. Für dieses Jahr liegen 25 000 Euro im Topf, die wiederum für die Finanzierung von 20 Wochenstunden Arbeit reichen. Diese Aufgabe teilen sich zwei Erzieherinnen aus dem Hort Seggebruch. Die Fachfrauen lobten im Ausschuss die enorme Geschwindigkeit, mit der Kinder aus Migranten-Familien in der Kita Deutsch lernen. In die Bergkruger Einrichtung gehen derzeit zwölf von insgesamt 105 Mädchen und Jungen, deren Eltern nicht aus Deutschland stammen.

Die dritte Maßnahme geht darauf zurück, dass zum 1. August des vergangenen Jahres das Landesgesetz geändert wurde, das für Kindertagessstätten gilt. Es verlagert die „vorschulische Sprachstandserhebung und -förderung“ aus der Grundschule in die Kindergärten zurück. Auf gut Deutsch: Vorher haben die Grundschullehrer beurteilt, welche Sprachkenntnisse die Mädchen und Jungen haben, heute übernehmen dies schon die Kita-Erzieherinnen – und zwar im letzten Jahr, das die Kinder in der Einrichtung verbringen. Gibt es einen besonderen Bedarf an Sprachförderung? Wenn diese Frage mit Ja beantwortet wird, greift sofort die Sprachförderung.

So erklärt sich, dass die Kita Bergkrug für den Zeitraum 1. August 2018 bis 31. Juli dieses Jahres für „vorschulische Spracherhebung und -förderung“ etwa 10 000 Euro bekommt, was umgerechnet neun Wochenstunden entspricht.

Von Arne Boecker