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Samtgemeinde Niedernwöhren Super-Bauhof in Niedernwöhren: Fünf von sechs Gemeinden stimmen zu
Schaumburg Niedernwöhren Samtgemeinde Niedernwöhren Super-Bauhof in Niedernwöhren: Fünf von sechs Gemeinden stimmen zu
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17:59 12.07.2019
Fünf der sechs Mitgliedsgemeinden haben der Gründung eines Bauhofs in der Verantwortung der Samtgemeinde Niedernwöhren zugestimmt. Quelle: Archiv/bab
Niedernwöhren

In der jüngsten Sitzung des Niedernwöhrener Rates wusste Bürgermeister Thomas Bachmann (SPD) gar nicht so recht, wie er die guten Nachrichten zum Thema Bauhof verkaufen sollte. Zu seiner Überraschung, so Bachmann, hätten Pollhagen, Lauenhagen, Nordsehl und Meerbeck „inzwischen das Projekt abgenickt“. Das Vorhaben, um das es geht, ist die Gründung eines Bauhofs in der Verantwortung der Samtgemeinde Niedernwöhren, für den die einzelnen Gemeinden ihre Bauhöfe aufgeben.

Der Wiedensahler Rat hatte eine Beteiligung an dem Projekt kategorisch abgelehnt. Die Argumente: Die Ersparnis, die der Super-Bauhof bringe, sei nicht so hoch, wie es Fachleute errechnet hätten, außerdem wolle man nicht noch mehr Zuständigkeiten an die Samtgemeinde abgeben.

Dahinter steht unter anderem die Befürchtung, den Zugriff auf die zuverlässigen und einsatzfreudigen Gemeindearbeiter zu verlieren, die in Wiedensahl auf Zuruf losgeschickt werden können, wenn es Probleme gibt. Ein Mitglied des Rates äußerte sogar die Ansicht, er sei grundsätzlich gegen Fusionen, weil dabei nie was Vernünftiges rauskomme.

Bürgermeister Bachmann kommentierte das Ausscheren der Wiedensahler jetzt so: „Irgendwann werden die Wiedensahler jammernd vor der Tür stehen.“ Auch die anderen vier Gemeinden hatten zunächst vorsichtige Skepsis geäußert. „Das sah erst nicht so gut aus“, kommentierte Bachmann im Rückblick.

Restrukturierung kostet

Niedernwöhren ist eine der fünf Gemeinden, die sich für den gemeinsamen Bauhof aussprechen. Der Rat ist stolz darauf, das Thema überhaupt erst „angeschoben“ zu haben, wie SPD-Fraktionschef Ralf-Uwe Seeger sagte. „Von uns sollte es deswegen volles grünes Licht geben.“ Das sahen die Ratskollegen auch so. Einstimmig beschlossen sie, die so genannte „zweite Projektphase“ einzuläuten.

Was in dieser Phase passiert, skizzierte Gemeindedirektor Sebastian Kühn. Demnach hat die Beraterfirma Hartema aus Westoverledingen ein Konzept für die nächsten beiden Jahre vorgelegt. Zunächst müssten die „strategischen und organisatorischen Voraussetzungen“ für die Verschmelzung geschaffen werden, referierte Kühn. Dann gehe es darum, die „Aufbau- und Ablauforganisation zu strukturieren“. Die Fachleute von Hartema-Consult haben das Projekt „Zentralbauhof“ getauft.

Es könne durchaus sein, dass die Restrukturierung „zunächst Mehrkosten“ verursache, meinte Gemeindedirektor Kühn. Irgendwann werde sich aber ein „Benefit“ einstellen. Das Projekt sei „ganz sicher der Weg in die Zukunft“, ergänzte Bürgermeister Bachmann. von Arne Boecker

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