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Wiedensahl Am Anfang war die Landwirtschaft: Zur Geschichte des Martinimarkts
Schaumburg Niedernwöhren Wiedensahl Am Anfang war die Landwirtschaft: Zur Geschichte des Martinimarkts
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18:45 14.11.2019
Bernd Brase (Mitte) und seine Töchter Anne-Sofie (links) und Marie-Christine kommen jedes Jahr aus Raderhorst (NRW) zum Martinimarkt in Wiedensahl, um den Kontakt zu ihren Kunden zu pflegen. Quelle: Arne Boecker
Wiedensahl

Das Herz des Martinimarkts in Wiedensahl war einst die Landwirtschaft. Bauern nutzten den Auftrieb im Dreiländereck Preußen/Hannover/Schaumburg-Lippe, um mit Ferkeln, Rinder und Pferden zu handeln. So kam der traditionsreiche Markt auf der Hauptstraße überhaupt erst zustande.

Auch 2019 spielt die Landwirtschaft noch eine Rolle

„Noch nach dem 2. Weltkrieg wurden manchmal um die 100 Pferde aufgetrieben“, ist bei Horst Peck zu lesen. Weiter heißt es: „Mancher Kaufabschluss per Handschlag fand in einer der Gastwirtschaften bei ‚Hellen‘ und ‚Lauenhäger Körnern‘ seine Rechtskraft.“ Gegessen wurde dazu „Meyersche Sülze“.

Galerie: Der Martinimarkt 2019 in Fotos

Die Landwirtschaft bestimmt heute den Martinimarkt nicht mehr, aber verschwunden ist sie auch nicht. Rund um den Sahl reihen sich schwere Fahrzeuge wie Perlen auf der Schnur. Der größte Anbieter ist die Firma Brase aus dem nahen, nordrhein-westfälischen Raderhorst.

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Rolle des Martinimarkts hat sich für Händler gewandelt

Brases Geschichte ist eng mit Wiedensahl und dem Martinimarkt verknüpft. „1923 hat sich mein Großvater als Schmiedemeister selbstständig gemacht“, sagt Bernd Brase. Gelernt hatte der Urahn in Wiedensahl, wo er später auch eine Nebenstelle seiner Schmiede aufbaute.

Aus diesen bescheidenen Anfängen ist ein Arbeitgeber für 130 Frauen und Männer herangewachsen, der Metallverarbeitung betreibt, Tür- und Torsysteme herstellt und Landtechnik anbietet. „Heute geht es für uns auf dem Martinimarkt weniger um den Verkauf als darum, mit Kunden im Gespräch zu bleiben“, sagt Bernd Brase. von Arne Boecker

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