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Wiedensahl Freizeitpark Efteling jetzt mit Max-und-Moritz-Bahn
Schaumburg Niedernwöhren Wiedensahl

Export aus Wiedensahl: Freizeitpark Efteling jetzt mit Max-und-Moritz-Bahn

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07:12 06.07.2020
Um die Nase wehr der Wind in Eftelings neuer Attraktion mit Schaumburger Wurzeln.
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Kaatsheuvel/Wiedensahl.

Zwischen Wiedensahl und Kaatsheuvel liegen etwa 350 Autobahnkilometer, die in vier Stunden bequem zu schaffen sind. Bei Bad Bentheim geht es über die Grenze in die Niederlande, über Apeldoorn und Arnheim erreicht man Kaatsheuvel, nördlich von Tilburg gelegen. Im dortigen Freizeitpark Efteling lebt seit ein paar Wochen ein Paar böser Buben, das in Wiedensahl sehr gut bekannt ist. Max heißt der eine, Moritz der andere, und ihr künstlerischer Vater ist Wilhelm Busch.

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Efteling ist als Spaßarena für alle konzipiert. Seit fast 70 Jahren reisen Familien an, um für einen Tag in eine andere Welt einzutauchen. Das abenteuerlustige Leben, das Wilhelm Busch Max und Moritz auf die Leiber geschrieben hat, eignet sich hervorragend als Blaupause für eine Achterbahn - allerdings mit einer Einschränkung: Eine werktreue Darstellung dürfen linientreue Busch-Jünger nicht erwarten.

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Max ist blau, Moritz grün

Der Grundriss, den Designer Robert-Jaap Jansen für die Achterbahn ausgetüftelt hat, ist originell. Max bekommt eine blaue Linie, der er in einer Art Seifenkiste voransaust, Moritz führt die grüne Linie an. Beide Linien verschränken sich ineinander, sodass es zu Begegnungen - natürlich auf unterschiedlichen Höhen - kommt. Am Ende der ersten Runde lässt Moritz die Pfeife von Lehrer Lämpel explodieren.

Die Druckwelle beschleunigt die Wagen, sodass die zweite Runde nicht in 30, sondern in 25 Sekunden durcheilt wird. Max hingegen springt auf ein großes Furzkissen, die entweichende Luft beschleunigt die Seifenkisten.

Moment! Den Lehrer Lämpel kennt man aus dem vierten Streich, aber in welchen Streich hat Wilhelm Busch denn ein Furzkissen eingebaut? Hat er gar nicht, lautet die Antwort, das Furzkissen ist eine Erfindung der Efteling-Macher. Die Erklärung hierfür findet sich in der Warteschlange. Die Besucher schleichen an einer Tafel vorbei, auf der die sieben Streiche nacherzählt werden, die sich Max und Moritz geleistet haben.

"Schreckliches Ende wollen wir jungen Besuchern nicht zumuten"

Die ersten sechs kennt jeder, im siebten geht es dann aber um das Furzkissen (auf Holländisch „Scheetkussen“). Die Erklärung liefert Park-Sprecherin Karin Koppelmans: „Das schreckliche Ende von Max und Moritz wollen wir unseren sehr jungen Besuchern nicht zumuten.“ Im siebten und letzten Streich, so wie Wilhelm Busch ihn gezeichnet und getextet hat, werden die beiden bekanntlich in einer Mühle zerschrotet, die Reste fressen Enten. Dabei ergäbe die Moral von der Geschicht‘, wie sie Schneider Böck anschließend heraustrompetet, durchaus ein zeitgemäßes Erziehungsideal: „Ja, ja, ja, rief Meister Böck/Bosheit ist kein Lebenszweck!“

Für die Geschichte, die die Achterbahn-Konstrukteure rund um Max und Moritz gesponnen haben, war es nötig, ihnen die Mutter, „Frau Schmetterling“ mit Namen, zu verpassen, die sie nach Wilhelm Busch nie haben konnten, weil sie Freunde, keine Brüder waren. Nun wird es wild: Frau Schmetterling betreibt eine Werkstatt für Kuckucksuhren (auf Holländisch: „Koekoksklokken“). Ihrem strengen Regiment entfliehen die Jungs auf besagten Seifenkisten.

Alpenländisches Ambiente

Das Ambiente ist eindeutig alpenländisch angehaucht, was sich aus dem Max-und-Moritz-Buch bekanntlich nicht herleiten lässt. Die Gestaltung mag dem Umstand geschuldet sein, dass hier bis im vergangenen Jahr eine Schweizer Bobbahn stand, sodass Teile wiederverwendet werden konnten.

Wer die rasante Fahrt hinter sich gebracht hat, kann im Restaurant von Witwe Bolte einkehren. Das „Bengel-Menü“ besteht aus vier Chicken Nuggets, Pommes mit Mayo und Cola. Die Stärkung könnte nötig sein: Efteling, der Freizeitpark, hat insgesamt eine Größe von 140 Fußballfeldern.

Von Arne Boecker