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Wiedensahl Kommt der Mast ins Westfeld?
Schaumburg Niedernwöhren Wiedensahl Kommt der Mast ins Westfeld?
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22:29 21.03.2019
Symbolbild Quelle: dpa
Wiedensahl

Die Sitzung des Rates verfolgten zwar nur wenige Bürger, die aber sprechen sich vehement für die Errichtung eines Mastes aus, der den Mobilfunk-Empfang verbessert. Hintergrund: Wiedensahl leidet seit Jahren darunter, dass man im Ort mit Handys besser Nägel in die Wand schlagen kann, als zu telefonieren. „Der Mobilfunk muss endlich auch zu uns kommen“, forderte ein Bürger.

Eigentlich hatte die Telekom auch schon einen Standort in der Bahnhofstraße ausgesucht, nahe des Übungsplatzes der Feuerwehr. Dort sollte auf Gemeindegrund ein 40 Meter hoher Mast errichtet werden.

In einer Bürgerversammlung hatte es jedoch erheblichen Widerspruch gegeben. Die Bewohner des Bahnhofs waren gegen den Mast, in der Bürgerschaft regte sich aber auch ein eher diffuser Widerstand gegen eine Anlage, die so nahe am Ort steht. Daran konnte auch der Vertreter der Telekom mit seiner Versicherung nichts ändern, dass der Mast weniger als ein Zehntel des Grenzwerts abstrahlen würde, der erlaubt ist.

Drei Interessenten

Der Neustart für das Verfahren zur Festlegung des Standorts ergab, dass es allein im Westfeld – das ist der Teil Wiedensahls, der westlich der Hauptstraße liegt – drei Interessenten gibt, die privaten Boden zur Verfügung stellen wollen. Bei einem ersten Versuch der Telekom, Bürger als Mast-Vermieter zu gewinnen, hatte es keinerlei Rückmeldungen gegeben. „Die Telekom muss jetzt sagen, ob es an diesen Standorten sinnvoll ist, den Mast in die Höhe zu ziehen“, sagte Wiedensahls Gemeindedirektor Ralph Dunger.

Im Prinzip wird in Wiedensahl das Spannungsfeld zwischen maximaler Netzabdeckung auf der einen und minimaler Strahlenbelastung auf der anderen Seite verhandelt. Dass Wiedensahl Mobilfunk braucht, ist weitgehend unstrittig. „Wir wollen den Mast“, bekräftigte Bernhard Peeck (CDU), „wir hängen weit hinter anderen Regionen her.“ Peeck bezeichnete den 40 Meter hohen Mast sogar als „wichtigstes Infrastruktur-Projekt, das wir in Wiedensahl seit Jahrzehnten vor der Brust haben“.

„Wir werden sehen, wie die Telekom auf die neuen Standort-Angebote reagiert“, sagte Gemeindedirektor Dunger in der Sitzung des Rates. Wenn das Votum vorliege, wolle man das Thema wieder diskutieren. Klar ist: Wer immer demnächst einen Mobilfunkmast auf seinem Grund und Boden stehen hat, darf sich über eine jährliche Mieteinnahme in Höhe von 1800 Euro freuen.

Von Arne Boecker