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Wiedensahl Rat gibt grünes Licht für neue Mehrzweckhalle
Schaumburg Niedernwöhren Wiedensahl Rat gibt grünes Licht für neue Mehrzweckhalle
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18:59 20.03.2019
Symbolbild Quelle: dpa
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Wiedensahl

Der Saal in Sportheim genügt den Anforderungen nicht mehr, die moderne Vereine stellen. Deshalb wird in Wiedensahl schon seit zwei Jahren darüber gesprochen, eine Mehrzweckhalle zu bauen, in der sich Sport und Kultur wohlfühlen. Die Finanzierung soll das Programm zur Dorfentwicklung sicherstellen. Dass im Dorf so ausdauernd diskutiert wurde, hat zwei Gründe. Zum einen war lange nicht klar, wie hoch die Förderung durch das Land ausfällt, zum anderen stellte sich heraus, dass die Gemeinde mit der Kofinanzierung finanziell an ihre Grenzen gehen muss. „Das ist für uns wirklich ein dicker Brocken“, bestätigte Ratsherr Carsten Dreyer (Wir für Wiedensahl).

Die Rechnung geht so: 1,25 Millionen kostet der Bau der Mehrzweckhalle, 685.000 Euro verschlingt allein die „Hülle“ des Hauses. Diese Summe ist über die Dorfentwicklung mit 73 Prozent förderfähig, vom Land kommen also 500.000 Euro. (Die Zusage gilt als wahrscheinlich, liegt aber noch nicht schriftlich vor.) Die Differenz zur Gesamtsumme des Projekts – 750.000 Euro – muss die Gemeinde aufbringen. Maximal 400.000 Euro sollen aus der Rücklage abfließen, die man in den vergangenen Jahren gebildet hat. (In dieser „Sparkasse“ liegen insgesamt 555.000 Euro.) Die Differenz zu den 750.000 Euro – 350.000 Euro – muss über Kredite aufgebracht werden.

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Gemeindedirektor Ralph Dunger hatte die Meinung von Samtgemeinde-Bürgermeister Marc Busse zu dem Großprojekt eingeholt, bevor der Rat jetzt zusammenkam. Busse habe den Hallen-Bau als „durchaus stemmbar für die Gemeinde“ bezeichnet, referierte Dunger. Der Gemeindedirektor wies darauf hin, dass die finanziellen Reserven so hoch sind, weil die Einnahmen in den vergangenen Jahren gestiegen seien, während die Ausgaben stagniert hätten.

Viel Fremdkapital

„Der heutige Beschluss stellt eine Zäsur dar, weil wir viel Fremdkapital aufnehmen“, sagte Dreyer. Der Bau müsse jedoch sein, weil man „Wiedensahl für die Zukunft rüsten“ wolle. Dreyer nannte die beiden Argumente, die auch fast alle anderen Redner verwandten: „Wir kriegen die Zinsen fast geschenkt und wir bekommen eine hohe Förderung.“

Unterschwellig waberte die Sorge durch die Sitzung, dass man mit der Bausumme von 1,25 Millionen Euro nicht auskommen könnte. Ratsherr Kurt Cholewa (CDU) forderte, diese Summe – unter anderem durch „kluges Verhandeln“– zu senken: „100.000 Euro weniger wäre ein schönes Ziel.“ Das gehe aber nur, „wenn alle mitmachen“, forderte Cholewa die Dorfgemeinschaft zur Mitarbeit auf.

Lediglich Bernhard Peeck (CDU) mochte nicht auf die Ratslinie einschwenken, nach zweijähriger Diskussion mit dem Bau der Mehrzweckhalle jetzt ins Risiko zu gehen. „Ich habe bei den Zahlen Bauchschmerzen“, bekannte er. Er befürchte, dass andere Projekte (wie die Lütke Schule) und Institutionen (wie die Wilhelm-Busch-Museen) unter der Großinvestition leiden könnten. Bernhard Peeck stimmte als einziger Ratsherr gegen den Bau der Mehrzweckhalle, Gemeindedirektor Dunger enthielt sich. ab