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Wiedensahl Wenn Wildschweine durch Felder toben
Schaumburg Niedernwöhren Wiedensahl Wenn Wildschweine durch Felder toben
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16:08 01.08.2019
Wildschweine sind für viele Flurschäden verantwortlich.  Quelle: dpa
Wiedensahl

Gleich drei neue Wildschadensschätzer hat der Wiedensahler Rat in seiner jüngsten Sitzung ernannt. Zwei der früheren Schätzer bleiben noch ein bis zwei Jahre im Amt, um die Neuen einzuarbeiten.

Wildschadenschätzer erfüllen eine wichtige Aufgabe, für die einiges an Wissen und Sensiibilität vonnöten ist. Auf den Plan gerufen werden sie, wenn folgendes Szenario eintritt: Wildschweine zerstören Getreidefelder.

Die Schätzer müssen die Interessen zweier Parteien in Übereinkunft bringen. Auf der einen Seite stehen Landwirte, deren Vermögen niedergetrampelt wurde, auf der anderen Seite Jagdpächter, die in ihren Bezirken jagdbares Wild haben wollen. Irgendwo dazwischen steht die Gemeinde Wiedensahl: Die stellt die Schiedsrichter – Wildschadenschätzer.

Grundsätzlich stellt sich die Sache finanziell so dar: Der Jagdpächter muss dem Landwirt den Schaden ersetzen. Die Höhe legen die Schätzer fest. Entgegen der Bezeichnung können sie sich dabei an festen Parametern orientieren.

„Erstmal messen sie den Schaden aus, dann schauen sie sich den Reifegrad des Getreides an“, erklärt Wiedensahls Gemeindedirektor Ralph Dunger. Jetzt wird es haklig: Die Schätzer müssen versuchen, den Marktwert des Getreides hochzurechnen. Sie sollten im Idealfall ein bisschen Ahnung von der Landwirtschaft haben, „das erleichtert die Verhandlungen“, erklärt Dunger.

Am Ende steht eine Zahl. „Das sind meist wenige hundert Euro“, sagt Gemeindedirektor Dunger. Im Jahr belaufe sich die Summe des Schadensersatzes, der von den beiden Wiedensahler Jagdpächtern an Landwirte fließe, meist auf 3000 bis 4000 Euro. Obwohl vielerorts über eine Wildschweinschwemme geklagt wird, ist diese Summe der Vierbeiner in der jüngeren Vergangenheit nicht dramatisch angestiegen. 

Von Arne Boecker