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Helpsen Mittelinsel statt Kreisel auf der Hauptstraße in Helpsen
Schaumburg Nienstädt Helpsen Mittelinsel statt Kreisel auf der Hauptstraße in Helpsen
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13:29 23.10.2019
Der Rat hat sich für die Mittelinsel auf der Hauptstraße in Helpsen entschieden. Quelle: Archiv
Helpsen

Der gesamte Rat musste jedoch vor der Entscheidung den Sitzungsort in der Gemeinde Helpsen verlassen und 300 Meter weiter in die Samtgemeindeverwaltung umziehen. Rund zwei Dutzend Einwohner waren gekommen, die in der Bürgerfragestunde ihren Unmut über die Verkehrssituation in Südhorsten loswerden wollten. Für so viele Bürger war der Raum der Gemeinde zu klein.

Die SPD beantragte zudem eine Sitzungsunterbrechung, weil Hinrich Gottschalk (CDU) mit einem ganz neuen Vorschlag um die Ecke kam: Die Situation einfach so zu belassen, wie sie ist. Denn die sogenannte Querungshilfe sei eher eine Rettungsinsel denn eine Verkehrsberuhigung. Die Probleme in Südhorsten würden dadurch nicht gelöst, die Kosten könne die Gemeinde sich deshalb sparen.

Die SPD lehnte Gottschalks Vorschlag nach der kurzen Besprechung ab. Bevor es zur Abstimmung über die Verkehrsinsel kam, verließ Martina Lohmann (CDU) den Saal, die zuvor eine Erklärung verlesen hatte, die von den Gästen der Sitzung mit Applaus quittiert wurde. Sie hatte acht Argumente gegen die Installation der Verkehrsinsel vorgebracht und Kritik am Prozess geübt.

Beim entscheidenden Tagesordnungspunkt hatten die Bürger allerdings keine Möglichkeit, mitzusprechen, sie mussten ihre Bedenken in der Bürgerfragestunde am Anfang der Sitzung äußern. Carsten Bruns aus Südhorsten fragt sich, „ob die planerischen Maßnahmen geeignet sind, die Durchgangsgeschwindigkeiten zu reduzieren“. Dies war auch der Tenor in den anderen Wortbeiträgen von Anwohnern. Aus den Protokollen, die er habe einsehen dürfen, gehe hervor, „dass die Durchschnittsgeschwindigkeiten exorbitant hoch sind“. Er nannte Spitzenwerte von 159 Kilometern pro Stunde, die dort gemessen worden seien, wo die Kinder später auf den Bus warten und die Straßen überqueren sollen.

"Richtig gefährlich"

Was den Kritikern an der nun vorliegenden Variante ebenfalls missfällt, ist die Tatsache, dass die Bushäuser nicht versetzt werden sollen, die Bushaltestelle aber sehr wohl, sodass die Kinder ein Stück gehen müssten. Zudem soll die Haltestelle behindertengerecht als sogenanntes Buskap ausgebaut werden. Derzeit gibt es eine Busbucht, wodurch die Wartezone der Fahrgäste in gewissem Abstand zur Fahrbahn liegt. Das Kap wäre direkt an der Fahrbahn. „Es ist richtig gefährlich, dort zu stehen. Die Bucht ist wirklich wichtig“, sagte eine andere Kritikerin.

Die Distanz zur Fahrbahn bleibe gleich, sagte Bürgermeister Manfred Kesselring, der auf „die Behörden“ verwies, die mitgeteilt haben, dass ein Kreisel nicht förderfähig sei. Außerdem sei zu dem Thema bereits „hinreichend Stellung genommen“ worden. Alexander Müller (SPD) ergänzte, dass der Zuschnitt der neuen Bushaltestelle die nachfolgenden Autos zum Warten zwinge und deshalb eine Sicherheit gegeben sei. Friedrich Deventer (Grüne) sah in weiteren Diskussionen keinen Sinn, da sie ausgehen würden wie das Hornberger Schießen, gab aber Lohmann insofern Recht: „Es wirkt dilettantisch, wie die Gemeinde reagiert hat.“ Der Rat sei an allen Entscheidungen beteiligt gewesen, verteidigte Kesselring das Vorgehen.

Von Babette Jakobs

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