Hespe/Nienstädt: Werner Vehling blickt auf mehr als 50 Jahre in der Kommunalpolitik zurück
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Hespe Sein Herz schlägt für Hespe: Werner Vehling blickt auf mehr als 50 Jahre in der Kommunalpolitik zurück
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Hespe/Nienstädt: Werner Vehling blickt auf mehr als 50 Jahre in der Kommunalpolitik zurück

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06:00 11.11.2021
Auch wenn es ihn beruflich nach Minden verschlagen hat, hat Werner Vehling seiner Heimat Hespe nie den Rücken gekehrt.
Auch wenn es ihn beruflich nach Minden verschlagen hat, hat Werner Vehling seiner Heimat Hespe nie den Rücken gekehrt. Quelle: Tina Bonfert
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Sein Herz schlägt für die Bergkruggemeinden. Besonders für Hespe, wo Werner Vehling (SPD) sich seit Jahrzehnten einbringt. Heute blickt er auf ein halbes Jahrhundert in der Kommunalpolitik zurück. Und auch wenn der 80-Jährige nun kürzertreten möchte – nach 47 Jahren ist er aus dem Samtgemeinderat Nienstädt ausgetreten –, treibt ihn die Entwicklung in seiner Gemeinde auch weiterhin um. Vor allem das „dörfliche Landschaftsbild“ mit viel Platz und Grün ist etwas, dass es aus seiner Sicht unbedingt zu erhalten gilt.

Stolz auf Bauprojekte in einer der „ärmsten Gemeinden in Schaumburg“

Angefangen hat Vehling seine berufliche Laufbahn mit einer Maurerlehre, dann folgte das Abitur in der Abendschule und ein Studium. Mit 22 Jahren machte er seinen Abschluss als Bauingenieur und bekam ein Jahr später eine Festanstellung im Nachbarkreis Minden-Lübbecke. „Dann stand ich vor der Wahl: Bleibe ich im Ort oder ziehe ich nach Minden?“ Er hat es dann doch vorgezogen, in Hespe zu bleiben und nach Minden zu pendeln, wo er 40 Jahre im Tiefbauamt tätig war.

Seine politische Karriere ist mit seinem Beruf eng verknüpft. Denn zeitgleich begann sein Engagement in der Kommunalpolitik. „Mit 23 Jahren war ich bei der Kommunalwahl 1964 noch zu jung“, erinnert er sich. Das Mindestalter für ein Amt betrug 25 Jahre, daher wurde er zunächst als sachkundiger Bürger im Bauausschuss Hespe tätig. Seitdem hat er ehrenamtlich einige den Ort prägende Bauangelegenheiten geplant und umgesetzt. Ein großes Steckenpferd des dreifachen Familienvaters, der mittlerweile auch schon drei Enkeltöchter hat, ist der Kindergarten gewesen. Die Einrichtung in Hespe sei die erste im Landkreis gewesen, die die Auszeichnung „Bewegungskita“ erhalten und bis heute habe.

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Das größte Bauprojekt sei die Turnhalle am Kindergarten gewesen, die 1975/76 innerhalb eines Jahres fertig wurde. Es folgten der Tennisplatz, das Feuerwehrhaus und das Gemeindebüro. „Und das alles ehrenamtlich, ohne ein Ingenieurbüro“, wie er anmerkt. „Zumal Hespe immer eine der ärmsten Gemeinden in Schaumburg war.“ Nur durch „geschickte Planung und gemeinsam mit den Bürgern“ hätten die Maßnahmen verwirklicht werden können.

Zwölf Jahre lang war Vehling auch Landrat

In den Gemeinderat wurde Vehling 1968 gewählt und ist bis heute aktiv. Von 1974 bis 2016 war er Bürgermeister und Gemeindedirektor. Als 1974 der Interimsrat der neu gebildeten Samtgemeinde Nienstädt gewählt wurde, gehörte Vehling ebenfalls zu den Mitgliedern und blieb es bis 2021. Auf Kreisebene hat sich der Bauingenieur ebenfalls vier Jahrzehnte lang eingebracht. Von 1986 bis 1998 war er Landrat, anschließend bis 2006 stellvertretender Landrat. In den Kreistag gewählt wurde er bereits 1976 und übernahm von 1998 bis 2016 den Vorsitz.

Rückblick auf 2017: Uwe Grone ernennt Werner Vehling zum Ehrenbürgermeister Hespes. Foto: Babette Jakobs/Archiv

Privat schrecken er und seine Frau Hannelore ebenfalls nicht vor Herausforderungen zurück. Eine große Leidenschaft des Paares sind die Berge. Drei Mal war der 80-Jährige bereits am Nebelhorn. Leider habe der Berg seinem Namen alle Ehre gemacht: „Jedes Mal war es nebelig, deswegen haben wir unsere Wanderungen dann nach Südtirol verlegt“, verrät er schmunzelnd. Der Latemar in den Dolomiten ist mit 2842 Metern der höchste Gipfel, den Vehling erklommen hat.

Von Tina Bonfert