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Hespe Hesper Krug kommt unter den Hammer
Schaumburg Nienstädt Hespe Hesper Krug kommt unter den Hammer
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19:47 24.07.2019
Hesperinnen haben im Krug Hesper geheiratet, ein bis zwei Jahre später aß und trank man zur Taufe sehr junger, neuer Hesper. Quelle: ab
Hespe

Im Schaumburger Land wie anderswo sterben die Krüge, Kneipen und Gasthöfe. Das stundenlange Rumhocken bei Bier und Jägerschnitzel gerät außer Mode, gilt nicht mehr als cool – und was war nochmal der Zweck dieser „Sparclubs“, deren Blechkisten an der Wand neben der Theke hingen?

In Hespe ist gerade zu beobachten, wie steil es mit stolzer Gastronomie bergab gehen kann. Der ehemalige Hesper Krug, später als Akropolis unter griechischer Flagge segelnd, ist zerschellt, genauer gesagt: Der Krug wird zwangsversteigert.

Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, was für ein Schätzchen unter den Hammer kommt, wenn man Tradition schätzt. „Baujahr: 1890“ steht in den Papieren. Als Kaufpreis sollen bei der Zwangsversteigerung 83.855 Euro aufgerufen werden. So hoch ist der Verkehrswert, den das Amtsgericht Stadthagen festgesetzt hat.

Gewerbe- und Wohnfläche

Neben der Gaststätte gehören zum Hesper Krug/Akropolis Saal und Kegelbahn. Die Fläche, die jetzt zur Zwangsversteigerung ansteht, beläuft sich auf 2299 Quadratmeter. Davon laufen 869 Quadratmeter unter Gewerbe- und 109 Quadratmeter unter Wohnfläche; letztere Räume liegen unter dem Dach.

Am Beispiel des Saals lässt sich belegen, wie vieles, was heute die Dörfer schmückt, auf lange zurückliegenden Erfolgen der Landwirtschaft gründet. Der Saal war früher ein Bauernhaus, der Umbau erfolgte 1954, also vor 65 Jahren. Die Kegelbahn kam 1975, in der „Trimm-dich“-Ära als sportliches Anhängsel dazu. Der Wert des Zubehörs, den man bei der Zwangsversteigerung obendrauf bekommt, beläuft sich auf 9855 Euro.

Apropos Geld: Was waren jetzt „Sparclubs“? Ganz einfach: In die Blechkisten zahlten Mitglieder ein Jahr lang regelmäßig ein – und am Ende des Jahres machte der Krug Umsatz mit Bier und Jägerschnitzel.

Von Arne Boecker