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Hespe Diese Hesperin geht ohne Kamera nicht aus dem Haus
Schaumburg Nienstädt Hespe Diese Hesperin geht ohne Kamera nicht aus dem Haus
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00:24 23.06.2019
Julia Caroline Brandt hat ihre Leidenschaft für die Fotografie schon in jungen Jahren entdeckt - und bis heute nicht verloren. Quelle: Anja Hillmann
Hespe/Bad Eilsen

Wenn Julia Caroline Brandt auf Motivsuche geht, hat sie schon zuvor ähnliche kleine Schönheiten der Natur entdeckt und gekonnt fotografisch festgehalten.

Manchmal geht sie ganz gezielt auf die Suche, manchmal läuft ihr ein Motiv einfach über den Weg. Ob geplant oder Zufall – ihre Fotografien zeugen von echtem Können und wahrer Liebe zur Natur. Vor Kurzem erst waren einige ihrer Arbeiten in der Wandelhalle des Reha-Zentrums Bad Eilsen zu sehen, als Mitarbeiter des Rehazentrum Bad Eilsen „ihre“ Kunst zeigten.

So kam Julia Caroline Brandt zur Fotografie

In jungen Jahren hat Brandt eine analoge Kamera zum Geburtstag geschenkt bekommen. Seither kommt sie nicht mehr los von der Linse und ist begeistert als Hobby-Fotografin unterwegs.

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Nachdem sie sich in den ersten Jahren ihrer Fotoleidenschaft besonders mit Gebäuden, insbesondere Architektur bei Nacht, beschäftigt hatte, liegt ihr Hauptaugenmerk nun auf der Makro-Fotografie.

Darum gehört ausgerechnet Duisburg zu Brandts Lieblingszielen

Bei ihrer Architekturfotografie hat es Brandt besonders die Route Industriekultur und der Landschaftspark in Duisburg angetan. „Dort haben wir uns schon manche Nacht um die Ohren geschlagen“, erzählt die 37-Jährige.

Industriegebäude bei Nacht haben eine ganz besondere Ausstrahlung.

Mit „wir“ meint Brandt ihren Mann Jörg, der selbst gerne fotografiert und fast immer dabei ist, wenn sie sich auf Motivsuche begibt. „Die Industriegebäude bei Nacht haben eine ganz besondere Ausstrahlung. Die gradlinigen Strukturen wirken noch imposanter und die Langzeitbelichtung lässt die Farben umso intensiver und faszinierender erscheinen.“

Bildmanipulation ist ein absolutes No-Go

Vor 15 Jahren ist die ursprünglich aus dem Kreis Wesel am Niederrhein stammende Wahl-Hesperin auf eine digitale Kamera umgestiegen. Nachdem sie sich mit Technik und vielen Aufnahmebereichen beschäftigt hatte, stieß sie auf die Makro-Fotografie. Mit ihrem speziellen Objektiv war das erste Motiv eine Tachina fera, die Igelfliege.

Von ihrem ersten Makro-Motiv, der Igelfliege, war die Fotografin total begeistert. (Foto: Brandt)

„Es hat mich total fasziniert. Das Insekt war so riesig und gestochen scharf, dass man sogar die kleinen Borsten am ‚Popo’ erkennen konnte“, so Brandt. Seither ist sie viel in der Natur – insbesondere am und auf dem Bückeberg – unterwegs. Ihr ist es wichtig, die Natur so zu fotografieren wie sie ist, ohne den Bildaufbau zu manipulieren.

Viele Insekten-Fotografen verwenden Lockmittel, um die kleinen Krabbeltiere zu ködern, entfernen Grashalme aus dem Bildausschnitt oder verändern das Umfeld in anderer Weise künstlich. So etwas ist für Brandt ein absolutes „No-Go“.

Wenn aus einer Leidenschaft ein Gelderwerb wird

Auch widmet sie sich echten Herzensthemen, dann im Bereich der Dokumentarfotografie. Dabei versucht sie, ihre Betrachter durch ihre Bilder zu erreichen, zu bewegen und wieder ein Stück für deren Umfeld zu sensibilisieren. „Wenn einer von zehn nicht wegschaut, ist man auf einem guten Weg.“ Dazu zeigte Brandt im vorigen Jahr zum Thema „Wegwerfgesellschaft“ polarisierende Bilder mit Tierheimhunden.

Obwohl sie ihre Leidenschaft für die Fotografie als absolutes Hobby sieht, nimmt sie auch gelegentlich Auftragsarbeiten und Projekte an. Ein Zitat des französischen Filmregisseurs Robert Bresson, der vor allem für seine minimalistischen Filme bekannt war, spricht Brandt aus der Seele: „Mach sichtbar, was ohne dich vielleicht nie wahrgenommen worden wäre.“ von Anja Hillmann