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Nienstädt An der Bundesstraße 65 in Nienstädt soll es ruhiger werden
Schaumburg Nienstädt Nienstädt An der Bundesstraße 65 in Nienstädt soll es ruhiger werden
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00:21 26.04.2019
Michael Neumann (links), Kristin Kolbe-Schade und Uwe Goth finden die jetzige B65 im Prinzip gut, ein wenig ruhiger darf es aber schon sein. Letzteres meint auch die Gemeinde.
Michael Neumann (links), Kristin Kolbe-Schade und Uwe Goth finden die jetzige B65 im Prinzip gut, ein wenig ruhiger darf es aber schon sein. Letzteres meint auch die Gemeinde. Quelle: ab
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Nienstädt

Im Mittelpunkt steht die Situation an der Bundesstraße 65. Die Linie der Gemeinde: Sie will eine Umgehungsstraße. Die Linie der Bürgerinitiative pro alte B65 (BIPAB): Sie will keine Umgehungsstraße. Die BIPAB hält den Lärm auf der Nienstädt-Durchfahrt für nicht so schwerwiegend, dass dafür eine Umgehung durch die Landschaft asphaltiert werden müsste.

Einigkeit über Beruhigung

Einig sind sich Gemeinde und BIPAB, dass in jedem Fall der Verkehr auf der B65 beruhigt und klug durch Nienstädt geleitet werden muss. Hierzu gibt es viele Ideen – auf beiden Seiten. „Lärmminderungsstrategien und -potenziale“ ist das Kapitel im Lärmaktionsplan überschrieben, das helfen soll, die B65 zu entschärfen. Einige der Vorschläge zur Umgestaltung der B65:

  • Auftrag eines lärmarmen Fahrbahnbelages
  • An Hotspots (Beispiel: Hüttenstraße/Niedernkamp) dürfen Lastkraftwagen zwischen 22 und 6 Uhr nur noch 30 Stundenkilometer schnell fahren.
  • Radfahrstreifen vergrößern den Abstand zwischen der Lärmquelle (Autos, Lastkraftwagen) und den Wohnhäusern. Hierzu heißt es im Lärmaktionsplan: „Zweistreifige Verkehrsführung im Zuge der B65, Einziehung der jeweils rechten Fahrstreifen zugunsten der Anlage von Radfahrstreifen“.

Die Bürgerinitiative pro alte B65 vertritt grundsätzlich die Ansicht, dass es sich bei der heutigen Bundesstraße um eine „funktionierende“ Verbindung handelt. Aber auch die BI macht sich Gedanken über die Straße. Im Mittelpunkt: Wie verhindert man, dass Auto- und Lastwagenfahrer, die Staus auf der A2 meiden, auf die B65 ausweichen? Unter anderem sollen Engstellen, Ampeln und Tempo-30-Zonen an neuralgischen Punkten verhindern, das A2-Ausweicher durch Nienstädt kurven.

Während der Lärmaktionsplan ausliegt, können Bürger, Vereine und Verbände Stellungnahmen zu dem 33-Seiten-Werk abgeben. Dann hat der Rat das Wort, er wird sich wahrscheinlich Ende Juni mit dem Plan beschäftigen.

Von Arne Boecker

BI vermutet „politische Begünstigungen“

Die Bürgerinitiative pro alte B65 hat ihr Programm kürzlich öffentlich vorgestellt. Sprecher Michael Neumann übte scharfe Kritik an der Kommunalpolitik. Es gebe zum Thema B65 „persönliche Beziehungen und politische Begünstigungen“, meinte Neumann, ohne darauf näher einzugehen. In Nienstädts SPD sei es „nicht mehr möglich, kontrovers zu diskutieren“, klagte SPD-Mitglied Uwe Goth, der wie Neumann der BI-Führung angehört. Der Nienstädter Samtgemeinderat hat sich einstimmig für den Bau einer Umgehungsstraße ausgesprochen. ab