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Nienstädt Bückebergbahn nutzt stillgelegten Bahnhof als Umschlagplatz
Schaumburg Nienstädt Nienstädt Bückebergbahn nutzt stillgelegten Bahnhof als Umschlagplatz
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22:30 10.07.2019
 Die Bückebergbahn liefert den Rohstoff für die Produktion von Papier. Quelle: ab
Nienstädt

Die Bückebergbahn GmbH hat am Dienstag und Mittwoch ein weiteres Kapitel der Erfolgsgeschichte geschrieben, die in jüngster Zeit ihre Geschäfte prägt. Spezialkräne hievten Baumstamm um Baumstamm auf Waggons, die sie zu Verarbeitern brachten.

Klar ist: Dies ist nicht die letzte spektakuläre Aktion, die die Bückebergbahn in diesem Jahr in Nienstädt durchzieht. „Das war 2019 schon der achte Doppeltag, an dem in Nienstädt und Obernkirchen Holz verladen wurde“, freut sich Thomas Stübke, Geschäftsführer der Bückebergbahn GmbH. Die Stämme kommen aus Wäldern wie Harrl und Bückeberg.

Seit zehn Jahren arbeitet die Bückebergbahn GmbH inzwischen. „Wir kommen wirtschaftlich immer besser zurecht“, sagt Geschäftsführer Stübke. Um das Holz wegzubringen, schaltet die Bückebergbahn die Dampfeisenbahn Weserbergland ein. Deren Diesellok schleppt die Stämme nach Stadthagen, wo eine andere Lok übernimmt.

Die Konjunktur, von der die Bückebergbahn profitiert, geht darauf zurück, dass in den Wäldern viel Holz geschlagen wird, weil Borkenkäfer und Windwurf die Bäume arg geschwächt haben. Dieses Holz muss auf den Markt. Einer der größten Abnehmer ist die Zetrestoff Stendal in Sachsen-Anhalt.

Wirtschaft einst: Der Turm ist ein Relikt des Bergbaus.

Der Holzhandel läuft im Schatten eines großen, stillgelegten Turms, auf dessen Dach Birken sprießen. „Als noch Bergbau betrieben wurde, hat man von hier aus die Schächte belüftet“, sagt Ulrich Tack vom Förderverein Rinteln-Stadthagener Eisenbahn (RStE). Der Förderverein und die Dampfeisenbahn Weserbergland nutzen die Strecke zwischen Rinteln und Stadthagen für touristische Fahrten. Der Turm ist in Privatbesitz.

Dasselbe gilt für das Bahnhofsgebäude gegenüber des Turms. Hier gibt es eigentlich nur noch das Schild „Nienstädt“ zu sehen. Um die Holzverlade durchführen zu können, hat die Bückebergbahn GmbH die Gleise gepachtet.

Der Güterumschlag macht inzwischen die Hälfte der Einnahmen aus, die die Bückebergbahn GmbH generiert. „In diesem Jahr haben wir schon mehr als 50.000 Euro mit den Holztransporten eingenommen“, sagt Geschäftsführer Stübke.

Schon aus wirtschaftlichen Gründen freut er sich auf den Herbst. „60 Kesselwaggons müssen in Nienstädt verschrottet werden“, sagt Stübke. Stemmen wird den Job eine holländische Spezialfirma. von Arne Boecker