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Nienstädt Dieses Gerät ist bald in Nienstädt, Helpsen und Seggebruch unterwegs
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14:25 01.11.2019
Jörn Wittkugel (von links), Jörg Everding, Gerhard Widdel und Manfred Kesselring demonstrieren die Funktionsweise des neuen Sinkkastenreinigungsgerätes. Quelle: Babette Jakobs
Nienstädt

Die Bürgermeister der Gemeinden Nienstädt, Helpsen und Seggebruch haben jetzt ihre neueste Errungenschaft vorgestellt. Die drei Gemeinden haben sich im Rahmen ihrer interkommunalen Zusammenarbeit gemeinsam ein sogenanntes Sinkkastenreinigungsgerät angeschafft.

Die Vorteile: Die Gemeinden sparen durch die gemeinsame Nutzung Geld und erleichtern den Bauhofmitarbeitern die Arbeit.

Das kann das neue Gerät

Sogenannte Sinkkästen sitzen in den Gullyschächten für das Oberflächenwasser. Sie fangen groben Schmutz, Blätter, Splitt und andere Sachen auf, die nicht in die Regenwasserkanäle gelangen sollen. Von Zeit zu Zeit müssen diese Senkkästen gereinigt werden. Bisher musste dies per Hand gemacht geschehen.

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„Die können Gewichte von bis zu 100 Kilo erreichen“, sagt Jörg Everding vom Nienstädter Bauhof. Insbesondere, wenn sich Splitt, Steine und Erde in den Kästen sammeln wird es schwer. Die Körbe mussten bisher hochgewuchtet und im Sammelwagen ausgeschüttet werden.

Gesundheitsschutz für die Bauhofmitarbeiter

2000 Gullys gibt es in den drei Gemeinden. „Wir haben 1300 Gullys in der Gemeinde“, sagt Nienstädts Bürgermeister Gerhard Widdel. Und 700 kämen noch in den Gemeinden Helpsen und Seggebruch dazu. Die Arbeit geht bei so vielen Gully schon auf den Rücken der Bauhofmitarbeiter.

Deshalb sei die Anschaffung auch ein Beitrag zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter. Diese müssen nur einen Karabiner-Haken am Henkel des Sinkkastens einklinken und ein paar Hebel am Gerät betätigen, dann geht alles automatisch.

13.500 Euro: Gemeinden teilen sich die Kosten

Das Praktische an dem Reinigungsgerät ist, das es mit dem Holder, den Helpsen angeschafft hat, kompatibel ist und beide Bauhöfe es auf ihren Fahrzeugen montieren können. Seggebruch unterhält keinen eigenen Baubetriebshof und kooperiert deshalb mit der Gemeinde Helpsen. Die Kosten von 13.500 Euro haben sich alle drei Gemeinden geteilt.

„Das ist das zweite Gerät, das wir uns gemeinsam angeschafft haben“, sagt Widdel und spricht damit den vorherigen Kauf einer weiteren Maschine mit originellem Namen, dem „Heißwasserunkrautvernichtungsgerät“ an. Mittels heißem Wasser wird damit das Unkraut umweltschonend von Wegen, Bürgersteigen und aus Gossen entfernt.

Weil die Unkrautbekämpfung mit chemischen Mitteln nicht mehr erlaubt ist, haben sich die Gemeinden für diese Methode entschieden.

Es dauert, aber es wirkt

Bisher haben die Bauhöfe gute Erfahrungen mit dieser Form der Unkrautvernichtung gemacht. Wie Widdel erklärt mussten die Mitarbeiter im ersten Jahr der Anwendung fünf- bis siebenmal über die Flächen gehen. Im zweiten Jahr hätten bereits drei Behandlungen ausgereicht. „Im vierten Jahr sollte zweimal reichen“, sagt der Bürgermeister.

Der Einsatz des Gerätes erfordere jedoch Geduld. Für 350 Meter benötige man zehn Minuten, berichtet Everding. „Wir schaffen rund zwei Kilometer in einer Stunde. Aber es wirkt, man kann es sehen“, sagt er. von Babette Jakobs

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