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Nienstädt Horst Lissel übernimmt das Zepter
Schaumburg Nienstädt Nienstädt Horst Lissel übernimmt das Zepter
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00:18 12.10.2017
Horst Lissel ist in Nienstädt zuhause. Quelle: kil
NIENSTÄDT/LANDKREIS

„Einer muss es ja machen“, meint er lachend. Dabei meint der gelernte Ingenieur es durchaus ernst. Denn „soziale Arbeit ist immer nötig“, aber Ehrenamtliche zu finden, die sich in einem Vorstand engagieren, werde immer schwieriger. Ihm fielen auf Anhieb drei Ortsverbände ein, bei denen es zu den nächsten Vorstandswahlen „kippelig“ werden könnte.

Schon durch seine Eltern hat der 60-Jährige gelernt, wie wichtig die Arbeit des SoVD – damals noch „Reichsbund“ – ist. Denn Mutter und Vater seien aus Schlesien geflüchtet und hätten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg große Unterstützung vom Verband bekommen, was Fragen der Rente und sonstige Finanzierung angeht. „Den Staffelstab habe ich jetzt übernommen.“

Während die Arbeit im Nienstädter Ortsverband „näher am Menschen“ sei und es vielmehr um Geselligkeit und Kontaktpflege gehe, beinhalte der Posten als Kreisverbandsvorsitzender auch viel organisatorische und verwaltungstechnische Arbeit.

„Mit unseren Veranstaltungen erreichen wir vor allem ältere Menschen“, sagt Lissel. Der andere große Bereich und der eigentliche Kern des Sozialverbandes sei die Sozialberatung, die von hauptamtlichen Mitarbeitern an der Breslauer Straße in Stadthagen angeboten wird. Praktischerweise sei das Büro im selben Gebäude wie das Sozialamt, da kommen manche mit ihrem Bescheid gleich zu uns, wenn etwas nicht stimmt, meint Lissel. Der Verband berät in Rentenfragen, bei Fragen zu Erwerbsunfähigkeit, Ärger mit der Krankenkasse aber auch bei Widersprüchen gegen Hartz IV-Bescheide und weitere Angelegenheiten, bei denen die soziale Gerechtigkeit gefragt ist.

Eine erste Beratung erhalten übrigens auch Menschen, die nicht Mitglied im SoVD sind. Sobald es um einen Widerspruch oder ein Gerichtsverfahren geht, ist eine Mitgliedschaft aber unverzichtbar. Dass der SoVD bei vielen sozialen Fragen helfen könne, „das wird hauptsächlich über Mund-zu-Mund-Propaganda“ verbreitet. Zu den Sprechzeiten sei das Wartezimmer fast immer gut gefüllt.
Bei der Nachwuchsgewinnung habe der SoVD einen Nachteil im Vergleich zum DRK und zur Feuerwehr: „Wir haben keine Jugendabteilung.“ kil