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Nienstädt Schnatwinkel: Mittelstand ja, Glücksspiel nein
Schaumburg Nienstädt Nienstädt Schnatwinkel: Mittelstand ja, Glücksspiel nein
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16:41 25.01.2019
Symbolbild Quelle: Archiv
Nienstädt

Der Bebauungsplan heißt jetzt Hohes Feld. „Wir haben über die Jahre viel Geld an die Hand genommen, um kleine und mittelständische Unternehmen in dem Gewerbegebiet anzusiedeln“, sagte Christiane Reckmann (SPD) im Rat. Karl Heinz Krämer (CDU) konnte nur beipflichten: „Wir wollen weiter Gewerbe an den Schnatwinkel holen.“

Die Gemeinde hatte kürzlich der Fürstlichen Hofkammer für etwa eine Million Euro 78.000 Quadratmeter Land abgekauft, mit deren Hilfe sie das Gewerbegebiet erweitern will. Bei Gemeindedirektorin Sandra Wiechmann haben sich bereits Interessenten gemeldet, die gern nahe der B65 Geschäfte machen wollen. Außerdem möchte sich Firmen vergrößern, die heute schon am Schnatwinkel hocken.

Ebenfalls einstimmig beschloss der Rat der Gemeinde Nienstädt, über das Baugebiet eine sogenannte Veränderungssperre zu verhängen. Mit so einem Werkzeug können Kommunen verhindern, dass sich in Baugebieten Unternehmen ansiedeln, die sie dort nicht sehen wollen, zum Beispiel Vergnügungsstätten (wie Spielhallen) und Bordelle.

Sinnvolle Gestaltung

Dass diese Veränderungssperre nötig ist, liegt schwarz auf weiß auf dem Tisch des Gemeindebüros. Ein Unternehmer will am Schnatwinkel eine Spielhalle (mit zwölf „Daddelautomaten“) bauen, verbunden mit zwei Bistros. Thomas Künzel (Grüne) begründete seine Ablehnung mit dem Argument, man wolle mit den wertvollen Flächen „sinn- und verantwortungsvoll umgehen“. Künzel wies darauf hin, dass es am Schnatwinkel bereits eine Spielhalle gibt.

In diesem Punkt ist sich der Rat mit Gemeindedirektorin Wiechmann einig. Die Ansiedlung von Gewerbe und Arbeitsplätzen sei „städtebaulich mit Vergnügungsgaststätten in der Regel nicht vereinbar“.

Wie unumstritten das Thema in Nienstädt ist, verdeutlicht die Länge der gesamten Ratssitzung: 17 Minuten.

Von Arne Boecker