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Nienstädt Spektakuläre Verschrottungsaktion am stillgelegten Bahnhof
Schaumburg Nienstädt Nienstädt Spektakuläre Verschrottungsaktion am stillgelegten Bahnhof
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21:46 14.08.2019
Fass! Der Spezialkopf des Baggers zerschneidet und zerlegt auch Kesselwaggons, 65 will er in zwei Monaten schaffen.  Quelle: ab
Nienstädt

Ein mächtiger Bagger steht seit dem Wochenende neben den Gleisen, Stück für Stück werden die Waggons vorgerollt, die er zerlegen soll. Der Baggerkopf, der ein wenig an einen Dinosaurierschädel erinnert, besteht im Prinzip aus einer „Schere“, die selbst dickstes Metall zerlegt und zerschneidet.

Die 65 Kesselwaggons, die verschrottet werden sollen, gehören dem Güterverkehr- und Logistikkonzern ERMEWA, der in Paris beheimatet ist. Die ausrangierten Waggons haben schon seit Jahren auf Abstellgleisen in Obernkirchen, Bad Eilsen und Rinteln gestanden. Übrig bleiben 35 – in Dienst können sie nicht mehr gestellt werden, weil die Technik veraltet ist, mit der sie durchs Land ratterten. Moderne Waggons sind leiser, auch wegen „Flüsterbremsen“, mit denen sie ausgestattet sind.

Die Bückebergbahn GmbH wickelt den Job in Nienstädt ab. Ihr Geschäftszweck besteht darin, die Strecke Rinteln-Stadthagen zu bewirtschaften. So wird sie freigehalten für das Fernziel, wieder regelmäßigen Personenverkehr auf die Strecke zu bringen.

Genügend Platz für Bagger

Thomas Stübke aus Obernkirchen führt zusammen mit Carsten Reinhardt die Geschäfte der Gesellschaft. „Für uns ist die Verschrottung ein schöner Auftrag“, sagt Stübke. Reinhardt kümmert sich um die Technik, Stübke um die Zahlen der GmbH. Die Bückebergbahn muss erhebliche Mittel aufwenden, um die Strecke in Schuss zu halten. Der Standort Nienstädt passt zu dem Kesselwaggon-Auftrag, weil es Abstellgleise gibt, genügend Platz für den Bagger und nur wenige Anlieger, die durch den Lärm gestört werden.

Einige Teile, wie zum Beispiel Spezialventile, darf die Hamelner Waggonbaufirma Kaminski ausbauen, bevor die eiserne Schere des Baggers zupackt. Kaminski prüft auch noch einmal, ob die Kessel der Waggons tatsächlich leer sind, bevor sie in die Metallverarbeitung gehen. ab

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