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Samtgemeinde Nienstädt B65-Anlieger in Nienstädt fordern: „Umgehungsstraße jetzt!“
Schaumburg Nienstädt Samtgemeinde Nienstädt B65-Anlieger in Nienstädt fordern: „Umgehungsstraße jetzt!“
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19:50 10.09.2019
Mit Plakaten machen die Sülbecker Anwohner der Bundesstraße auf ihr Anliegen aufmerksam. Quelle: Babette Jakobs
Sülbeck

Schließlich stammten die Forderungen für eine Verlegung der Bundesstraße 65 bereits aus den neunziger Jahren und hätten ihre Berechtigung. „Sonst wären wir gar nicht in den Bundesverkehrswegeplan gekommen“, sagt Klenke. Sie wünscht sich wie ihre Mitstreiter, dass der Plan nun auch endlich umgesetzt wird.

Darum setzen sich die Anwohner für eine Umgehungsstraße ein

Rund zehn Anwohner haben sich im Garten bei Klenke in Sülbeck versammelt und zählen noch einmal ihre Argumente wie Lärm, Sicherheit und Abgase auf. Die vierspurige Straße sorge auch für eine Trennung der Nachbarschaft und der gesamten Dorfgemeinschaft, sagt Klenke.

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Obwohl das Grundstück auf der nördlichen Seite der B65 in Sülbeck etwas zurückgesetzt liegt, ist das ständige Rauschen der Fahrzeuge auf der B65 nicht zu überhören. Der Verkehr habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, sind sich alle einig. Rund 20.000 Fahrzeuge rauschten pro Tag durch den Ort. Ganz zu schweigen von den Blechlawinen, die bei einem Stau auf der Autobahn durch Nienstädt rollen.

Nur an Blitzern würden die Autofahrer kurz vom Gas gehen

Keiner glaubt an die Argumente der Bürgerinitiative pro alte B65 (BIPAB 65), dass sich das Verkehrsaufkommen durch andere Mobilitätskonzepte verringern wird, oder dass der Lärmpegel durch eine Zunahme von Elektroautos irgendwann sinkt.

An die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält sich ja auch keiner.

Arno Tieste , Anwohner

Außerdem fühlen sich die Anwohner nicht sicher. „Ich habe 22 Fotos gemacht, wo Autos bei Rot rübergefahren sind“, sagt Arno Tieste, der auf der südlichen Hälfte des Ortes wohnt und über etliche Verkehrsverstöße berichtet. „An die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält sich ja auch keiner“, sagt er. Lediglich an den Blitzautomaten werde kurz vom Gas gegangen.

Es sei nicht möglich, einmal nachts bei offenem Fenster zu schlafen, klagt beispielsweise Petra Buschhagen, deren Grundstück direkt an der Bundesstraße liegt. Die Häuser seien weder zu verkaufen noch zu vererben, meinen Buschhagen und Tieste. „Meine Kinder wollen das Haus nicht, es ist ihnen zu laut. Sie haben sich woanders ein Haus gebaut“, berichtet Buschhagen.

Nienstädter klagen: Lärm und Abgase sind nicht mehr auszuhalten

Obwohl die Anwohner vor Jahren ihre Fenster teilweise ersetzt haben und für den passiven Schallschutz auch Zuschüsse bekamen, sei „der Lärm des rund um die Uhr durchrauschenden Verkehrs“ schon lange nicht mehr auszuhalten, schreiben die Anwohner in einer Stellungnahme, die überschrieben ist mit dem Titel: „Umgehungsstraße jetzt! Wir sind uns einig!“. Und weiter: „Die vergiftete Luft ist für alle Anwohner an der B 65, insbesondere für die Kinder eine andauernde Gesundheitsgefahr.“

„Wenn man eine Verkehrsberuhigung will, kann man auf die Umgehung nicht verzichten“, ist sich Tieste sicher. Die Anwohner hätten jahrelang der Politik vertraut und auf die Verbesserung ihrer Lebenssituation gewartet. „Damit es nicht einseitig wirkt, sondern klar wird, dass auch Befürworter da sind“, seien die Bewohner jetzt wieder aktiv geworden, begründet Klenke. von Babette Jakobs

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