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Samtgemeinde Nienstädt Gegner der B65-Umgehung für Nienstädt sehen Natur bedroht
Schaumburg Nienstädt Samtgemeinde Nienstädt Gegner der B65-Umgehung für Nienstädt sehen Natur bedroht
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18:08 12.09.2019
Peter Hofschild (vorne rechts) kritisiert den Bau einer Umgehungsstraße um Nienstädt wegen seiner Auswirkungen auf die Natur.  Quelle: Bastian Borchers
Kirchhorsten

Rund 90 Interessierte verfolgten den Vortrags- und Diskussionsabend der Bürgerinitiative pro alte B65 (BIAB 65) auf dem Hof Gottschalk in Kirchhorsten, bei dem auch ein Team des ZDF filmte.

Hofschild, Landschafts- und Freiraumplaner, erklärte, dass bei einem Bau der Umgehung in der vorgesehenen Trasse „einige wertvolle Biotope“ in Mitleidenschaft gezogen würden. So sei unter anderem der Baumbestand im relativ feuchten Gebiet des Bruchhofes bedroht. Schließlich müsse die neu entstehende Straße trocken gelegt werden, was sich auf die Wasserführung im umliegenden Areal auswirke.

Grundwasser, Tierarten und Baumbestände bedroht

Auch eine gewisse Grundwasserabsenkung sei möglich. In der Folge sei in diesem Auwald ein Absterben von Teilen des „wertvollen Baumbestandes“ zu erwarten. Dies wirke sich wiederum auf geschützte Tiere wie Feldlerche, Rotmilan und Uhu aus.

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Auf ähnliche Weise werde ein weiteres Waldstück beeinträchtigt, ebenso die im Trassenraum liegenden „Kummerberge“. Auf diesen Hinterlassenschaften des Bergbaus hätten sich kleine, schützenswerte Biotope gebildet, hinzu komme ihre kulturhistorische Bedeutung, so Hofschild.

"Massive Barriere" zerschneidet die Landschaft

Problematisch sei weiterhin, dass die Straße in einer ohnehin vielfältig zersiedelten und zerschnittenen Landschaft zu einer weiteren „massiven Barriere“ werde. Rotwild, Wildkatze, Amphibien und weitere Tiere würden in Wanderungen oder Wiederausbreitung behindert. Hinzu komme die Auswirkung auf das Landschaftsbild sowie die Versiegelung großer Flächen.

Kristin Kolbe-Schade, Sprecherin der BI, gab anschließend einen Überblick über die bisherigen Aktivitäten der Initiative und beantwortete Fragen aus dem Publikum und aus zuvor eingegangenen E-Mails. Bei einer Beteiligung von „80 bis 100 Interessierten“ zeigte sie sich hochzufrieden mit der Veranstaltung. Das ZDF-Team drehte für die Sendung „Frontal 21“.  von Bastian Borchers

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