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Samtgemeinde Nienstädt Grüne und FDP: Neue B65-Trasse bei Nienstädt nicht zukunftsfähig
Schaumburg Nienstädt Samtgemeinde Nienstädt Grüne und FDP: Neue B65-Trasse bei Nienstädt nicht zukunftsfähig
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18:02 26.08.2019
Die Bürgerinitiative geht mit Kreistagsmitgliedern von Grünen und FDP den geplanten Trassenverlauf ab. Die Politiker sprechen sich gegen den Neubau bei Nienstädt aus. Quelle: bab
Samtgemeinde Nienstädt

Getroffen hatte sich die Gruppe am Bruchhof in Stadthagen, als Experten hatte die Bürgerinitiative den Landschafts- und Freiraumplaner Peter Hofschild dabei. Der hinter dem Bruchhof liegende Auwald bietet bereits das erste schützenswerte Biotop. „Ökologisch ist das ein relativ wertvoller Bereich“, sagte Hofschild. Auch für die Wanderbewegung von Tieren stelle der Wald ein wichtiges Territorium dar. Nach Meinung von Hofschild würde der Bau einer Trasse diese Fläche negativ beeinflussen.

Kreis-Grüne und FDP einig: Neue Trasse nicht sinnvoll

Auch die stellvertretende Sprecherin der Grünen-Fraktion und der Grünen-FDP-Gruppe, Cornelia Laasch, nahm an dem Rundgang teil, ebenso wie das FDP-Kreistagsmitglied Biege. Beide sind nach dieser Besichtigung einig: Eine neue Trasse zu bauen, wäre nicht sinnvoll.

„Man kann sich überhaupt erst vorstellen, was das für ein immenser Baukörper ist“, sagte Biege, der zugab, sich die Situation vor Ort zum ersten Mal bewusst vor Augen geführt zu haben. Meterhoch würde der Baukörper später das Gelände überragen. Was Biege zudem stört: Stadthagen habe einiges investiert, um die Ahornallee am Georgschacht zu erhalten – und das würde von einer Trasse konterkariert werden.

Man kann sich überhaupt erst vorstellen, was das für ein immenser Baukörper ist.

FDP-Kreistagsmitglied Lothar Biege , nach der Begehung

Sprecherin Laasch: Planung nach 60 Jahren überholt

In ihrer Stellungnahme zu dem Thema hatte Laasch Gründe genannt, laut denen es „falsch“ wäre, an dieser Planung festzuhalten. Zunächst, weil die Umgehung bereits 1975 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden war. Bis zur Fertigstellung würde es nach Meinung der Gruppe Grüne/FDP noch rund 15 Jahre dauern, sodass die Planung dann also 60 Jahre alt wäre. „Bis dahin wird sich der Verkehr umfassend ändern“, heißt es. Die Kreistagspolitiker rechnen beispielsweise mit weniger Individualverkehr und leiseren Autos.

Weitere Argumente gegen den Bau sind die Versiegelung von rund 40 Hektar Landschaft und die damit einhergehende Gefährdung des Auwaldes am Bruchhof sowie die Zersiedelung des Landkreises und die Zerstörung der Naherholungsflächen.

"Lösungen für mehr Lebensqualität und Sicherheit" gefordert

Anstatt mit 20 Millionen Euro eine nicht zukunftsfähige Umgehungsstraße zu finanzieren, müssten jetzt „zügig Lösungen für mehr Lebensqualität und Sicherheit an der alten B 65 umgesetzt werden“, wird in der Stellungnahme gefordert. Vorgeschlagen werden nächtliche Geschwindigkeitsbeschränkungen für Lastwagen, ein lärmarmer Fahrbahnbelag, die Anlage von Radfahrstreifen, der Rückbau der vierspurigen Abschnitte auf zwei Spuren mit Überholmöglichkeit sowie die Reaktivierung der Bahnstrecke Rinteln-Stadthagen. bab