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Samtgemeinde Nienstädt Köritz: Ganztag ist größter Brocken
Schaumburg Nienstädt Samtgemeinde Nienstädt Köritz: Ganztag ist größter Brocken
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00:18 05.06.2019
Dirmar Köritz hat in der kommenden Amtszeit so einiges auf dem Programm. Quelle: bab
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Samtgemeinde Nienstädt

Wo gibt die Samtgemeinde Nienstädt demnächst das meiste Geld für ein Einzelprojekt aus?

Wir werden die Grundschule Nienstädt so ausbauen, dass weiterhin Ganztagsunterricht angeboten werden kann. Unter anderem bauen wir eine Mensa. Alles zusammen dürfte das Projekt 1,8 Mio. Euro kosten, die wir fremdfinanzieren müssen.

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„Fremdfinanzieren“, Herr Köritz?

Heißt: Wir müssen einen Kredit aufnehmen. Angesichts der Höhe der Zinsen ist das machbar. Brandschutz ist Samtgemeinde-Sache.

Überall im Landkreis Schaumburg fusionieren Feuerwehren. Wie sieht das rund um Nienstädt aus?

Die Feuerwehren sind untereinander im Gespräch, natürlich diskutieren auch wir mit den Kommandos. Die Entscheidung lag und liegt allerdings bei den Wehren.

Warum ist der Druck allerorten so groß geworden?

Das liegt am Prinzip der „Tagesverfügbarkeit“.

Was ist das?

Freiwillige Feuerwehren müssen rund um die Uhr einsatzbereit sein. Weil viele Feuerwehrmänner und -frauen tagsüber weit entfernt von ihrem Wohnort arbeiten, kommen manche Wehren bei der Verfügbarkeit in Bedrängnis. Wir haben schon vor Jahren die Einsatz- und Ausrückordnung an diese Entwicklung angepasst.

Die Bergkrug-Gemeinden Hespe, Helpsen und Seggebruch stecken in der Dorfentwicklung, das Fördergeld kommt zu großen Teilen vom Land. Was hat die Samtgemeinde damit zu tun?

Die Samtgemeindeverwaltung koordiniert die Planung, wir haben ja auch den Antrag auf Aufnahme in das Programm gestellt.

Warum ist der Dorfentwicklungs-Plan so wichtig?

Er eröffnet den drei Gemeinden die Chance, Projekte voranzutreiben, die finanziell eigentlich außerhalb ihrer Reichweite liegen. Außerdem werden solche Projekte besonders gefördert, bei denen mehrere Gemeinden zusammenarbeiten. So etwas strahlt auf die gesamte Samtgemeinde ab.

Freude dürfte Ihnen das Gewerbegebiet am Schnatwinkel in Nienstädt bereiten. Die Samtgemeinde stemmt dort die Bauleitplanung für die Gemeinde, nachdem der Rat den Bebauungsplan aufgestellt hat.

Nienstädt hat jahrelang zusätzlichen Flächen hinterhergejagt, bis sich vor einem Jahr die Chance auftat, Flächen des Hauses zu Schaumburg-Lippe zu kaufen. Ja, es stimmt, das läuft sehr erfolgreich: Alle Flächen sind weg.

Werden wir erleben, dass in Ihrer nächsten Amtszeit, die bis 2026 geht, die Zukunft der B65 geregelt wird?

Das kann ich nicht sagen. Der Lärmaktionsplan, den der Samtgemeinderat Ende Juni berät, macht gute Vorschläge, wie man die Bundesstraße lärmärmer bekommen könnte.

Braucht es dann noch eine Umgehungsstraße?

Der Meinung bin ich, ja. Die Belastung wird bleiben, schließlich rauscht zu 60 Prozent Verkehr durch Nienstädt, der von außerhalb kommt.

Interview: Arne Boecker